Unterschiedliche Behandlung wird als legal angesehen
Gutachter für längere Ladenöffnung in Innenstädten

ap FRANKFURT/MAIN. Für unterschiedliche Ladenöffnungszeiten in den Innenstädten und "auf der grünen Wiese" haben sich die Verfasser eines Gutachtens ausgesprochen, das die Bundesarbeitsgemeinschaft der Mittel- und Großbetriebe des Einzelhandels (BAG) in Auftrag gegeben hat. Es heißt in dem Gutachten, eine Verlängerung der Geschäftszeiten allein in den Innenstädten bis 22.00 Uhr an Werktagen und 20.00 Uhr an Samstagen würde keinen unzulässigen Eingriff in die Berufsfreiheit der Ladeninhaber darstellen.

Das Blatt zitierte den BAG-Hauptgeschäftsführer Johann Hellwege mit der Erklärung, die Bundestagsfraktion der Grünen habe bereits Interesse an dem Vorstoß signalisiert, der eine Verödung der Innenstädte verhindern solle. Bisher ist einheitlich eine Ladenöffnung bis 20.00 Uhr unter der Woche und bis 16.00 Uhr an Samstagen zulässig.

Die Gutachter vertreten dem Blatt zufolge die Ansicht, die Einkaufszentren an den Stadträndern würden nicht unzumutbar benachteiligt, wenn es für sie bei der alten Regelung bleibe. Eine Erhaltung der Stadt als Lebens- und Kulturraum liege im Interesse des Allgemeinwohls und müsse Vorrang vor dem Interesse der außenstädtischen Einkaufszentren haben. Längere Einkaufszeiten in der Innenstadt wären zudem ein sinnvoller Ausgleich für die Wettbewerbsvorteile auf der "grünen Wiese", wie niedrige Grundstücks- und Mietkosten, attraktive Parkplätze und große Verkaufsflächen.

Die FDP-Bundestagsfraktion hat für kommenden Mittwoch eine Aktuelle Stunde zur "Mondscheinfriseurin" beantragt. Sie verlangt, die Bundesregierung solle ihre Haltung zum Vorgehen der thüringischen Justiz gegenüber der Friseurmeisterin Ilka Brückner in Suhl erläutern. Die 31-Jährige war verhaftet worden, weil sie mehrfach nach Ladenschluss Haare geschnitten und ein deswegen verhängtes Bußgeld nicht gezahlt hatte. Den Erlös ihrer Arbeit hatte sie der Kinderkrebsklinik Jena gespendet. Die FDP sprach von einem politischen Skandal, der zeige, dass die Ladenschlussregelung nicht mehr zeitgemäß sei und liberalisiert werden müsse.

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