Unterschiedliche Reaktionen bei den Wettbewerbern
Hintergrund: Kampf ums Mobilcom-Erbe beginnt

Schon vor einem eventuellen Insolvenzantrag der Mobilcom AG haben einige Wettbewerber ein Auge auf deren mögliches Erbe geworfen. Andere Unternehmen, wie die deutsche Tochter der britischen Vodafone und die Berner Swisscom AG, haben dagegen schon abgewinkt.

ddp BERLIN. Die britische MM02 sieht ihre Chancen in Deutschland steigen, wenn der Büdelsdorfer Konkurrent vom Markt verschwindet. "Das dürfte uns ein größeres Kuchenstück verschaffen", sagte ein Sprecher des Londoner Unternehmens am Freitag. Der britische Mobilfunkbetreiber will nach seinen Worten aber keine Vermögenswerte von Mobilcom übernehmen. Interessiert sei sein Unternehmen jedoch an den rund fünf Mill. Mobilcom-Kunden, betonte der MM02-Sprecher. Noch vor einem Jahr sei sein Unternehmen mit der Aufforderungkonfrontiert worden, es solle den deutschen Markt aufgeben. "Diese Haltung beginnt sich zu ändern", stellte der Sprecher fest. MM02 sei derzeit mit einem Marktanteil von sieben Prozent bundesweit der viertgrößte Mobilfunkanbieter.

Niederländische KPN plant Präsenzverstärkung


Die niederländische KPN will für den Fall einer Mobilcom-Insolvenz ebenfalls um deren Kunden für ihre Düsseldorfer Tochter E-Plus kämpfen. E-Plus sieht sich mit einem Anteil von 14 Prozent derzeit als drittgrößter Anbieter auf dem deutschen Markt. Die Amsterdamer KPN wolle ihre Präsenz bundesweit deutlich verstärken, sagte der Sprecher. Aber auch er stellte klar, KPN werde nicht versuchen, Mobilcom oder Teile davon zu übernehmen.

Abgewinkt haben unterdessen die deutsche Tochter der britischen Vodafone und die Berner Swisscom AG. Vodafone habe kein Interesse daran, im Falle einer Insolvenz die Büdelsdorfer Mobilcom AG oder Teile des Unternehmens zu übernehmen. Die Zahl der Mobilcom-Kunden von fünf Mill. sei nicht entscheidend für Vodafone, hieß es am Freitag in Branchenkreisen. Das britische Mobilfunkunternehmen strebe vielmehr einen hohen monatlichen Umsatz pro Kunde an. Unter diesem Aspekt seien die Mobilcom-Kunden vergleichsweise wenig attraktiv.

Verschuldung der Büdelsdorfer AG zu hoch


Swisscom-Geschäftsführer Jens Alder sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitagausgabe), die Verschuldung der Büdelsdorfer AG sei zu hoch. Außerdem überzeuge das Mobilcom-Geschäftsmodell nicht. Für die deutsche Tochter debitel in Stuttgart sei eine derart große Akquisition auch nicht erforderlich.

Der französische Mobilfunkbetreiber Orange hat auch für den Fall eines Kollapses des früheren Partners Mobilcom keine Pläne für eine Rückkehr auf den deutschen Markt. Orange-CEO Jean-Francois Pontal sagte am Freitag vor Journalisten in Paris, in Deutschland reisende Orange-Kunden würden über kommerzielle Beziehungen mit anderen Betreibern bedient. Es sei von Orange in keiner Weise beabsichtigt, engere Beziehungen mit Aktienbeteiligungen an deutschen Betreibern zu knüpfen.

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