Unterschiedliche Reaktionen
Gewerkschaften und Unternehmen zum Herbstgutachten

dpa BERLIN. Auf die Warnungen der sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute vor einer Abkühlung der Konjunktur haben Gewerkschaften und Unternehmen unterschiedlich reagiert.

Keine neuen Lohnforderungen durch gestiegene Preise

Die Tarifpolitik stehe in einer besonderen Verantwortung, meinte der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) zu dem am Dienstag in Berlin vorgestellten Herbstgutachten der sechs führenden Institute. Auf keinen Fall dürfe der Ölpreisanstieg und der damit verbundene Verlust an Kaufkraft zu neuen Lohnforderungen führen.

Kein Anlass zu Konjunkturpessimismus

Der Deutsche Industrie- und Handelstag (DIHT) meinte indessen, die Institute sähen die Konjunkturwirkungen des Ölpreisanstiegs zu Recht mit Gelassenheit. Auch der Bundesverband deutscher Banken sieht keinen Grund für übertriebenen Konjunkturpessimismus. Die Warnung der Forschungsinstitute vor einer zu restriktiven Geldpolitik der EZB halten die privaten Banken aber für überzogen. Die EZB müsse den gesamten Euro-Raum im Blick haben. Und dort seien Wirtschaftswachstum und Preisrisiken etwas höher zu veranschlagen als in Deutschland.

"Delle" im Konjunkturverlauf durch hohe Ölpreise

Des Chefvolkswirt der Deutschen Bank , Norbert Walter, erwartet durch die hohen Ölpreise lediglich eine "Delle" im Konjunkturverlauf. Von einer dauerhaften Beeinträchtigung gehe er nicht aus, sagte Walter im Saarländischen Rundfunks. Die Aussichten seien deutlich besser als die derzeitige Stimmung. Er rechne weiterhin mit einem dreijährigen Aufschwung mit drei Prozent Wachstum pro Jahr.

Deutsche Wirtschaft auch 2001 unter Volldampf

Sein Amtskollege bei der Dresdner Bank , Klaus Friedrich, sieht die deutsche Wirtschaft auch 2001 unter Volldampf. Der Aufschwung werde nicht an Dynamik verlieren und zudem deutlich positive Spuren auf dem hiesigen Arbeitsmarkt hinterlassen, sagte Friedrich in einem dpa- Gespräch. Die Dresdner Bank bleibe bei ihrer im Vergleich zu den Instituten optimistischeren Erwartung eines Wachstums von 3,3 % 2001 Friedrich: "Auch im vergangenen Jahr waren viele zu pessimistisch. Kaum jemand hatte für 2000 eine drei vor dem Komma."

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