Unterschiedliche Strategien
Für Großbanken gibt es keinen Königsweg in die Zukunft

dpa-afx FRANKFURT. Nach Ansicht des Bankhauses Hauck & Aufhäuser gibt es für Großbanken mehr als nur eine Strategie auf dem Weg in eine ertragreiche Zukunft. Ein Vergleich europäischer Großbanken habe erhebliche Struktur- und Strategieunterschiede aufgezeigt, schrieben Analysten der Privatbank Hauck & Aufhäuser in einer nun in Frankfurt veröffentlichten Studie. Danach verfolgten auch die deutschen Großbanken jeweils eigenständige Wege. So setze die Dresdner Bank auf das Konzept einer "europäischen Beraterbank", die HypoVereinsbank dagegen auf eine "Bank der Regionen". Die Commerzbank wolle ihr europäisches Partnerschaftsnetz ausbauen. Dagegen strebe die Deutsche Bank eine weltweit führende Position im Investmentbanking und im Asset Management an. Alle vier deutschen Großbanken hätten im ersten Halbjahr 2000 beim Provisionsüberschuss und im Handelsergebnis zweistellige Zuwachsraten verbucht. Die Erträge aus Zinsgeschäften seien dagegen eher bescheiden ausgefallen. Entsprechend habe im Vordergrund der Bankenrestrukturierung der Ausbau des Investmentbanking zu Lasten des Kreditgeschäfts gelegen, schrieben die Experten. Grundsätzlich gehe mit der Ausweitung des Provisionsgeschäfts eine Verschlechterung der Cost-Income-Ratio einher. Dagegen erlaube ein hoher Zinsgeschäfts-Anteil eine bessere Kostenkontrolle. Dennoch ließen sich mit beiden Strategien überdurchschnittliche Eigenkapitalrenditen erwirtschaften. So hätten die Schweizer Finanzinstitute UBS und CS-Group im Geschäftsjahr 1999 bei einem Provisionsanteil am Gesamtertrag von 76% beziehungsweise 81% Eigenkapitalrenditen von 22,5% und 19,5% erwirschaftet. Dagegen wiesen die spanische BBVA und die britische Lloyds TSB jeweils einen Zinsertrags-Anteil von 60% auf. Die Eigenkapitalrendite liege bei der BBVA bei 21,0% und bei der Lloyds TSB bei 30,5%. Bei der Deutschen Bank lag der Anteil des Zinsgeschäftes am Gesamtertrag im ersten Halbjahr 2000 nur noch bei 20%, hieß es. Bei der Dresdner Bank liege er bei 29%, bei der Commerzbank bei 41%. Die starken Zuwächse der provisionsabhängigen Bankgeschäfte hätten dazu geführt, dass das operative Ergebnis maßgeblich durch die Entwicklung an den Kapitalmärkten bestimmt werde. Solange die derzeitige Restrukturierungsphase anhalte und der Zinsüberschuss eher stagniere, dürfte sich die Eigenkapitalquote nicht verbessern, meinten die Analysten. Die zunehmende Abhängigkeit von den internationalen Kapitalmärkten erfordere ein striktes Risiko-Management. Dies werde von allen Banken konsequent ausgebaut. Das provisionsabhängige Bankgeschäft könne langfristig nur erfolgreich sein, wenn es global ausgerichtet sei, betonten die Analysten. Beim zinsabhängigen Bankgeschäft führe nur ein striktes Kostenmanagement zu höheren Gewinnen.

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