Unterschiedliche Technische Standards setzen mobiler Kommunikation enge Grenzen
Multimediale Dienste für jedes Handy!

Kommunikation begleitet den Menschen ein gesamtes Leben lang. Über Text, Musik und Bilder tauschen wir unsere Emotionen und Gedanken aus. Mit den neuen Mobilfunktechnologien, so wird uns versprochen, soll es möglich werden, bunter und vielfältiger mit Familie, Freunden und Kollegen in Kontakt zu treten. Dem ungetrübten Kommunikationsspaß setzten jedoch bislang verschiedene technische Standards enge Grenzen.

Mobiltelefonierer kommunizieren gerne - und das am liebsten über SMS. Stolze 20 Milliarden Short Message Services (SMS) werden monatlich weltweit ausgetauscht. Diese Zahl ist umso beeindruckender, bedenkt man, dass bislang mit dem geltenden Mobilfunkstandard GSM lediglich kurze Textnachrichten und einfachste Grafiken auf dem Handy-Display darstellbar waren. Bis auch hier das Übertragen von Bildern, Videos oder Musikclips so komfortabel möglich ist wie per E-Mail, müssen Anwender sich noch ein wenig gedulden.

Die multimediale Mobilfunkwelt von Morgen via EMS vorab

Mit Enhanced Messaging Services (EMS) können Nutzer in diesem Jahr einen ersten Eindruck davon bekommen, was sie in der multimedialen Mobilfunkwelt von Morgen erwarten wird. Textbotschaften können z.B. fett oder kursiv formatiert werden. Polyphone Klingeltöne werten das Handy akustisch auf. Auch Barcodes für Eintrittskarten oder Flugscheine lassen sich via EMS herunterladen. Am Kinoeingang zückt der Filminteressierte dann nicht mehr sein Ticket, sondern einfach sein Handy. Das vielbeschworene Handy als Multimedia-Terminal wird also allmählich Realität.

MMS: Transfer von Texten, Bildern, Audio- und Videodateien

Doch EMS ist erst der Anfang. Denn das, womit sich Entwickler und Marketingexperten aller Netzbetreiber heute schon intensiv beschäftigen, sind Dienste, die dem eintönigen Handydisplay Farbe und Leben einhauchen werden. Multimedia Messaging Services (MMS) heißt das Zauberwort, was den Transfer von Texten, Bildern, Audio- und Videosequenzen und anderen digitalen Daten von Handy zu Handy erlauben soll. Auf erste MMS-Anwendungen müssen Mobiltelefonierer gar nicht mehr so lange warten. Schon im kommenden Jahr werden wir multimediale Services auf Basis der bereits gestarteten GPRS-Netze erleben - ein echter Vorgeschmack auf das, was mit UMTS alles möglich sein wird. Das neue Auto wird in wenigen Jahren mit einem Clip von der ersten Spritztour, kombiniert mit dem Foto der stolzen Besitzer und unterlegt mit dem satten Geräusch des 8-Zylinder-Motors direkt auf dem Handy der staunenden Verwandschaft präsentiert werden.

Welchen Einfluss die Einführung von MMS auf unseren Alltag haben wird, vermag heute noch keiner exakt abzuschätzen. Dass es ein gewaltiger sein wird, darin sind sich Fachleute einig. Auch der kommerzielle Erfolg von MMS steht außer Frage, denn die neue Art des Messaging entspricht exakt dem menschlichen Bedürfnis, ausdrucksstark und lebendig zu kommunizieren.

Umsätze generiert man nur über einen Massenmarkt

Die Zukunft der multimedialen Mobilfunkkommunikation erscheint zum Greifen nah. Bei aller berechtigter Euphorie für das, was da kommen soll, sehen Fachleute noch ein großes Hindernis: Mit den innovativen Messaging-Diensten lässt sich nur dann wirklich Geld verdienen, wenn es gelingt, in kürzester Zeit einen entsprechenden Massenmarkt aufzubauen. Denn was nützt die schöne neue Handywelt, wenn die Verbreitung dafür tauglicher Endgeräte fehlt?

Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass Mobiltelefone mit technischen Innovationen häufig erst mit deutlicher zeitlicher Verzögerung der lauernden Kundschaft angeboten werden konnten. Mit Schrecken denken Händler noch an das Jahr 1999, als WAP mit "Where Are the Phones?" übersetzt wurde. Auch EMS- oder MMS-fähige Mobiltelefone werden zu Beginn noch nicht in allen Jacken- und Handtaschen klingeln.

Wachstum verliert an Dynamik

Hinzu kommt ein zweiter Hemmschuh. In Deutschland besitzen bereits 58 von 100 Einwohnern ein Handy. Der Wachstumstrend wird zwar weiter anhalten, aber nicht mehr mit der Dynamik der Vorjahre. Die Mobiltelefone, die derzeit hierzulande klingeln, piepsen und vibrieren, besitzen außerdem einen überwiegend guten technischen Standard. Das bedeutet, dass ihre Besitzer ihnen länger treu bleiben werden. Der verlängerte Lebenszyklus und die sinkenden Subventionen bei aktuellen Endgeräten sorgen dafür, dass in den kommenden Jahren Neuanschaffungen zögerlicher getätigt werden. Im nächsten Jahrzehnt werden wir daher ein Miteinander von GSM, GPRS und UMTS erleben.

Unterschiedliche technische Standards hemmen innovative Dienste

Unterschiedliche technische Standards sowohl bei den Netzwerken als auch bei den Endgeräten sind den Mobilfunkbetreibern jedoch ein Dorn im Auge. Sie hemmen die schnelle Ausbreitung innovativer Dienste und damit einen lukrativen Massenmarkt.

Als logische Konsequenz ergibt sich, dass Interoperabilität zwischen allen Handystandards gewährleistet sein muss. Multimediale Anwendungen sollen genutzt werden können, ohne Rücksicht auf die technische Ausstattung des eigenen Handys oder das des Empfängers nehmen zu müssen. Schickt also die moderne Managerin ihrem Ehemann aus London von ihrem EMS-fähigen Handy eine elektronische Postkarte, so soll dieser sie lesen können, obwohl sein Handy nur traditionelle SMS unterstützt. Zugang zum mitgesandten Motiv von Big Ben erhält er z.B. per WAP oder Web. Netzbetreiber, Service Provider, ISPs und Medienunternehmen haben somit die Chance, für all ihre Kunden neueste Mobilfunk-Anwendungen vom ersten Tag an nutz- und erlebbar zu machen. Der schnelle Sprung vom Nischen- zum Massenmarkt kann so gelingen.

Auch ohne Blick in die Glaskugel steht eines heute bereits fest - die Erfolgsgeschichte von SMS geht weiter. Zunächst mit EMS, später mit MMS werden wir den Wandel hin zu einer mobilen Kommunikationsgesellschaft erleben. Eine Gesellschaft, die eine individuelle, spaßorientierte und alle Sinne aktivierende Ansprache will.

Schreiben Sie dem Autor: press@convisual.com

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