Unterschiedliche Technologien erschweren den Start des Systems
DVD-Recorder soll schon bald den Videorecorder ersetzen

Nach dem großen Erfolg der DVD-Player sollen jetzt DVD-Recorder den Markt erobern und langfristig den Videorecorder ersetzen. Anbieter wie Philips, Panasonic und Pioneer präsentieren auf der bevorstehenden Funkausstellung in Berlin ihre Modelle, die bereits zum Weihnachtsgeschäft in den Läden stehen sollen.

DÜSSELDORF. Philips will den DVD-Recorder zu einem seiner Produktschwerpunkte in seinem größten Geschäftsbereich Konsumelektronik machen, der weiterhin ein Eckpfeiler des Konzerngeschäfts bleibt. Zum Preis von rund 2 000 Euro soll der Recorder noch im August ausgeliefert werden. Der niederländische Elektronik-Multi produziert in seinem Werk im belgischen Hasselt zur Zeit 12 000 Rekorder im Monat, vom nächsten Jahr an steht im Werk in Ungarn zusätzliche Kapazität bereit. Ein Unternehmenssprecher erwartet für das nächste Jahr in Deutschland einen Markt für DVD-Recorder von rund 70 000 Geräten, von dem sich Philips möglichst die größte Scheibe abschneiden will.

Konkurrent Pioneer kann dagegen darauf verweisen, bereits seit 1999 in Japan mit DVD-Recordern auf dem Markt zu sein. Das Modell, das im Herbst zum Preis von 3 000 Euro auf den europäischen Markt kommen soll, ist bereits die dritte Generation. "Wir waren zwei Jahre in Japan der einzige Anbieter", betont Marketing-Manager Stefan Schiller. Zwar stehe der Markt auch in Japan erst am Anfang, doch schätzt Schiller das Volumen in Japan bereits auf einen fünfstelligen Bereich.

Auch Panasonic ist in Japan bereits mit einem DVD-Recorder auf dem Markt. Für Europa kündigt der Konzern ein neues Modell zum Preis von unter 2 000 Euro an, das noch in diesem Jahr auf den Markt kommen soll.

Alle Hersteller erhoffen sich von den Recordern einen ähnlichen Boom, wie ihn die DVD-Abspielgeräte derzeit erleben. Zielgruppe für die Recorder sind Filmfans, die ihre Lieblingssendungen vom Fernseher auf einem digitalen Datenträger in Form der bekannten CD festhalten wollen, und auch Camcorder-Besitzer, die ihre digitalen Aufnahmen auf die Silberscheiben überspielen wollen. Das Überspielen von einer DVD auf die andere wird aber nicht möglich gemacht, dies hat die Filmwirtschaft untersagt.

Unterschiedliche Technologien erschweren den Start des Systems

Doch der Erfolg könnte wieder einmal durch einen Systemstreit gefährdet werden. Die Anbieter präsentieren zur Markteinführung drei unterschiedliche Aufnahmetechnologien. Dadurch kann es passieren, dass die aufgenommenen Filme nicht auf einem herkömmlichen DVD-Player einer anderen Marke abspielbar sind.

Jürgen Timm, Produkt-Manager DVD bei Pioneer, sieht darin aber kein großes Problem: "Auch im Computermarkt konkurrieren zwei verschiedene Systeme. Sie können nebeneinander bestehen." Auch Johan van Bouwel, Marketing-Manager von Panasonic, erwartet keine Schwierigkeiten. Das DVD-Forum als Gremium der Hersteller habe die Technologien von Panasonic und Pioneer als gültige Systeme verabschiedet. Anders sieht dies Philips. "Wir haben unseren DVD-Rekorder von Anfang an so entwickelt, dass er mit den existierenden und künftigen DVD-Spielern und PC-Laufwerken kompatibel ist", betont Rudy Provoost, für die Konsumelektronik zuständiger Europa-Manager bei Philips.

Sony plant erst für den Herbst nächsten Jahres die Einführung eines eigenen DVD-Recorders in Europa. In Berlin zeigt der Konzern nur einen nicht funktionstüchtigen Prototyp. Sony setzt ebenfalls auf Modelle, die beide Systeme abspielen können.

Vielleicht kommt es aber doch nicht zum großen Wettlauf der Systeme. Die Funkausstellung hat sich schon einmal als idealer Treffpunkt der Branche erwiesen, auf dem Differenzen beigelegt werden können. Auf der Ifa 1997 trafen sich Vertreter der Industrie und der Filmstudios und einigten sich quasi in letzter Minute doch noch auf einen einheitlichen Standard für die DVD.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%