Unterstützung bei 4 780 Zählern: Analysten uneins über die weitere Dax-Entwicklung

Unterstützung bei 4 780 Zählern
Analysten uneins über die weitere Dax-Entwicklung

Mit den Kursverlusten vom Montag hat der Dax seinen im Oktober eingeleiteten Aufwärtstrend verlassen. So einmütig die technischen Analysten diesen Sachverhalt feststellen, so unterschiedlich sehen sie den weiteren Verlauf für den Dax.

vwd FRANKFURT. Einige werten die jüngsten Verluste als den Beginn einer deutlichen Korrekturphase, während andere auf steigende Kurse setzen. Einig sind sie sich aber wieder, dass sich im Bereich um 4 870 Zählern eine sehr wichtige Unterstützung befindet, deren Unterschreiten fatale Folgen haben dürfte.

Sehr pessimistisch zeigt sich Klaus Tafferner von Concord Effekten: "Die Wahrscheinlichkeit für sinkende Kurse ist nun signifikant größer als jene für steigende Notierungen", sagt er. Zudem sei ein Fortsetzen der bisherigen Aufwärtsbewegung nur mit dem Überwinden der Marke von 5 400 Zählern anzunehmen - und diese Marke sei nun in weite Ferne gerückt. Näher sei hingegen die kritische Marke von 4 877 Punkten gerückt. Deren Unterschreiten, so Tafferner, würde die Ausbildung eines Doppeltops bedeuten. Und damit wäre Abwärtspotenzial bis mindestens 4 350 Stellen vorhanden.



Langfristiger Aufwärtstrend am Jahresende

Allerdings erwartet Tafferner in den kommenden Wochen zunächst eine Stabilisierung oberhalb des kritischen Bereichs, also bei etwa 4 900 Punkten. "Für das Gesamtjahr bin ich allerdings wesentlich weniger optimistisch, als die meisten. Ich erwarte einen mehrfachen Rückgang auf die Größenordnung 4 200 Stellen", erklärt er. Erst gegen Jahresende rechne er mit einer Rally, die dann allerdings auch einen langfristigen Aufwärtstrend einleiten könnte, "vielleicht sogar für zwei oder drei Jahre".

Tafferner führt als Begründung für das mittelfristig schwarze Szenario auch den Dow-Jones-Index an. So habe der Index erstmals mit den jüngsten Verlusten ein deutliches Verkaufssignal geliefert. Und das erfahrungsgemäß vorhandene Korrekturpotenzial von mehr als einem Drittel, das nach starken Aufwärtsbewegungen vorhanden sei, impliziere dort einen Indexstand von 9 300 Stellen. Also weit unterhalb der vielfach gesehenen Unterstützung bei 9 700 Punkten. "Und ein Kursverlust von 800 Stellen beim Dow führt beim Dax wohl zu einem ähnlichen absoluten Rückgang", bemerkt er.

Die technischen Experten der Deutschen Bank rechnen mittelfristig nicht mit viel Dynamik beim Dax. Zudem biete der Dax nun ein weitgehend neutrales Bild. In der Konsequenz gebe es aber auch für potenzielle Käufer augenblicklich keinen Handlungsbedarf, sofern sie mittelfristig orientiert seien. Kurzfristig spräche das Fehlen von weiteren Unterstützungen eigentlich für eine Bewegung hin zum Schlüsselbereich um 4.874/72 Stellen, heißt es. Doch die fehlende Dynamik könnte diesen Zielbereich unerreicht lassen. Auch bei Short-Positionen sorge die mangelnde Dynamik für ein erhöhtes Reaktionsrisiko.



Noch keine Kaufsignale

Die Charttechniker der Bayerischen Landesbank führen dagegen die niedrige Anzahl pessimistischer Börsenberater in den USA als Hinweis auf fallende Kurse an. So seien nur noch 22,7 % dieser Dienstleister "bearish" eingestellt, so wenige wie zuletzt im Sommer 2001 und im Sommer 1998. Zwar deute die überverkaufte Lage des Dax eine Kurserholung an, aber Kaufsignale seien noch nicht auszumachen.

Der technische Analyst Marcel Mußler wiederum zeigt sich unter den erwähnten Experten als der optimistischste. Er sieht das maximale Korrekturpotenzial bei 4 872 Stellen erreicht und will ein Unterschreiten dieser kritischen Marke nicht in seine Überlegungen einbeziehen. Die Trading-Range sei daher zwischen 4 870 und 5 350 Zählern auszumachen. Er widerspricht energisch der Interpretation der jüngsten Höchststände im Bereich von 5 350 Zählern als Doppeltop. "Für ein klassisches Doppelhoch liegen die beiden Highs viel zu nah zusammen", erklärt er. Da die zeitlichen Proportionen nicht stimmten, liefe die Formation vielmehr auf ein trendbestätigendes bullishes Rechteck hinaus.



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