Unterstützung für Tschetschenien-Krieg sinkt
Russen feuern versehentlich auf ihr Hauptquartier

Neue Gefechte und Bombenanschläge der Rebellen haben die Lage in Tschetschenien wieder verschärft.

dpa MOSKAU/GUDERMES. Rebellen verübten am Samstag in der Nähe der Hauptstadt Grosny einen Anschlag auf einen gepanzerten Zug des russischen Militärs, wobei sechs Soldaten und eine Köchin getötet wurden. Das teilte die Pressestelle des Kaukasus-Militärstabs am Sonntag mit. Die Kämpfer hätten am Sonntag auch eine russische Panzer-Kolonne angegriffen, berichtete der Fernsehsender NTW. Angaben über Opfer gab es zunächst nicht. Gefechte wurden auch aus dem Vorort von Grosny, Tschernoretschje, gemeldet.

Am Freitag hatten russische Truppen versehentlich ihr eigenes Hauptquartier Chankala bei Grosny beschossen, zwei Soldaten wurden verletzt. In der russischen Bevölkerung sinkt einer Umfrage zufolge fast ein Jahr nach Beginn des Kaukasuskrieges die Unterstützung für den Tschetschenien-Feldzug, der bislang fast 2 500 russische Soldaten das Leben gekostet hat.

Während im März noch 58 % der Russen für die Fortsetzung des Feldzuges im Kaukasus waren, sank die Zahl im Juli auf 48 %. Das ergab eine Erhebung des russischen Meinungsforschungsinstituts "Obschtschestwennoje Mnenije" unter 1 500 Befragten. Die Zahl der Befürworter von Friedensverhandlungen stieg im gleichen Zeitraum von 29 auf 37 %. Fast 60 % der Russen rechneten der Umfrage zufolge damit, dass der Krieg mehr als zwei Jahre dauern werde. Das russische Militär gibt dagegen regelmäßig Erklärungen heraus, wonach die Kampfhandlungen nur noch wenige Wochen dauern würden und der Großteil der Rebellen vernichtet sei.

Verwirrung herrschte darüber, wie es zu dem versehentlichen Beschuss der Hauptquartiers bei Grosny kommen konnte. Nach der offiziellen Version des Generalstabs hatten etwa 15 Rebellen das Hauptquartier Chankala angegriffen. Den Befehl für den Abschuss von insgesamt fünf 122-Millimeter-Geschossen habe der Kommandeur einer Granatwerfereinheit gegeben, hieß es. Jedoch habe eine Granate wegen eines technischen Defekts die falsche Richtung genommen.

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