Untersuchung angeordnet
Weiter Ausgangssperre in Cincinnati

In der US-Stadt Cincinnati im Bundesstaat Ohio soll aus Furcht vor weiteren Rassenunruhen auch in der Nacht zum Ostersonntag eine Ausgangssperre verhängt werden. Die Behörden wollen damit Ausschreitungen nach der Beisetzung eines 19- jährigen Schwarzen verhindern, dessen Tod durch Polizeikugeln die Krawalle ausgelöst hatte.

dpa WASHINGTON/CINCINNATI. Seit der Verhängung des Notstands am Donnerstag wurden mehr als 200 Menschen festgenommen. In der Nacht zum Samstag waren es über 80, die sich nicht an das Ausgehverbot zwischen 20 Uhr und 6 Uhr hielten.

Nach US-Medienberichten sandte US-Justizminister John Ashcroft am Freitag Ermittler in die Stadt, die die dortigen Polizeipraktiken überprüfen sollen. Zudem untersuchen das Bundeskriminalamt FBI und ein Gericht den tödlichen Zwischenfall auf mögliche Verletzungen von Bürgerrechten. Nach Angaben seines Sprechers Ari Fleischer rief Präsident George W. Bush die Bürger von Cincinnati zur Ruhe und zu einer gewaltfreien Lösung des Konflikts auf. Wie die Behörden mitteilten, bat inzwischen der für Polizei und Feuerwehr zuständige Sicherheitsdirektor der Stadt aus Gesundheitsgründen um seine Versetzung.

Die Zwischenfälle hatten am vergangenen Montag begonnen. Aufgebrachte Jugendliche zündeten eine Markthalle an, plünderten Geschäfte, griffen Autofahrer an und bewarfen Polizisten mit Flaschen und Steinen. Die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse gegen die Demonstranten ein.

Der getötete 19-Jährige war vor einer Woche bei einer Polizei- Kontrolle geflüchtet. Ihm wurden mehrere Verkehrsvergehen und andere Delikte vorgeworfen. Ein Polizist schoss, weil er annahm, der junge Mann wolle eine Pistole zücken. Er war der fünfte Schwarze, der in den vergangenen sieben Monaten bei Polizeieinsätzen in der 300 000 Einwohner zählenden Stadt erschossen wurde. Schwarze haben einen Anteil von 45 Prozent an der Bevölkerung, aber nur 28 Prozent an der Polizeitruppe.

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