Untersuchung bestätigte Vorwürfe
Russische Soldaten protestierten gegen Schikanen

Mit einer ungewöhnlichen Aktion haben Soldaten einer russischen Schützendivision bei Wolgograd (ehemals Stalingrad) gegen Schikanen und Prügel durch ihre Offiziere protestiert.

dpa/HB MOSKAU. Nachdem am vergangenen Wochenende vor ihren Augen mehrere Soldaten geprügelt und schwer misshandelt worden waren, verließen 54 unbewaffnete Soldaten im geschlossenen Verband ihre Unterkunft in Prudboj. Sie marschierten in das rund 40 Kilometer entfernte Wolgograd, wo sie zunächst mit Hilfe des örtlichen Verbandes von Soldateneltern ein Protestschreiben aufsetzten, ehe sie sich dem Divisionsstab stellten, berichtete die Agentur Itar-Tass am Dienstag.

Eine sofort eingeleitete Untersuchung unter dem Kommando des zuständigen Kaukasus-Oberbefehlshabers Gennadi Troschew bestätigte die Vorwürfe der Soldaten "zum Teil", verlautete aus der Militärstaatsanwaltschaft. Gegen einen der Offiziere sei bereits ein Strafverfahren eingeleitet worden. Die Militärjustiz verzichtete darauf, die Eigenmächtigkeit der Soldaten als Desertion einzustufen. Prügelstrafen und Misshandlungen sind im russischen Militär an der Tagesordnung. Meist jedoch vergreifen sich Wehrpflichtige älterer Jahrgänge an frisch eingerückten Rekruten.

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