Archiv
Untersuchung: Bilanzierung von Aktienoptionen als Aufwand spiegelt sich nicht in der Aktienkursentwicklung wider

US-amerikanische Unternehmen müssen ab 2005 Aktienoptionen als Aufwand verbuchen. Befürchtungen, ...

US-amerikanische Unternehmen müssen ab 2005 Aktienoptionen als Aufwand verbuchen. Befürchtungen, dass sich die neue Bilanzierung negativ auf die Unternehmensentwicklung und damit auf die Marktkapitalisierung auswirkt, werden durch eine aktuelle Untersuchung der Unternehmensberatung Towers Perrin aber nicht belegt. Die Aktienkursentwicklung von 335 untersuchten Unternehmen, die bereits freiwillig Aktienoptionen als Aufwand verbuchen, zeigt keine ausschlaggebende Veränderung. Im Untersuchungszeitraum von jeweils 150 Handelstagen vor und nach der Bekanntgabe der Bilanzierungsumstellung entwickelten sich die Kurse analog zum Durchschnitt der 900 Unternehmen in den Börsenindizes S & P 500 und S & P MidCap 400. Das Ergebnis deckt sich mit dem einer Towers Perrin-Untersuchung aus dem Jahr 2002, die Veränderungen im Aktienkurs von 103 US-Unternehmen vor dem Hintergrund von Bilanzierungsaktivitäten untersucht hat.
Die Veröffentlichung der Untersuchungsergebnisse erfolgte zeitgleich mit der Lancierung des Vorschlags des Financial Accounting Standards Board (FASB) zur Bilanzierung von Aktienoptionen nach US-GAAP. Dieser Vorschlag ist als Reaktion auf die anhaltende Kritik der Investoren zu verstehen, die ein verzerrtes Unternehmensergebnis bemängeln. Rund 500 Unternehmen bilanzieren bereits freiwillig Aktienoptionen als Aufwand. Vorreiter war 2002 der Getränkehersteller Coca-Cola, während US-amerikanische Hightech-Konzerne bis zuletzt diesen Vorstoß kritisierten.
Europäische Unternehmen werden nach dem neuen International Financial Reporting Standard 2 (IFRS 2), der bereits vom International Accounting Standards Board verabschiedet wurde, ab 2005 Aktienoptionen als Aufwand verbuchen. Dennoch sehen die Experten von Towers Perrin darin nicht das Ende der Aktienoptionen.
Die Studie untersucht die Aktienkursreaktionen von 335 Unternehmen, die zwischen 2. April 2001 und 14. August 2003 planten, SFAS 123 umzusetzen und Aktienoptionen als Aufwand zu verbuchen (Quelle der Unternehmen: Bear Stearns, Quelle der Aktienkursentwicklung: Thomson Financial). Um die Kursentwicklungen mit der allgemeinen Marktentwicklung zu vergleichen, wurden die Aktienkurse mit einer einheitlichen Schlussnotierung von 10 US-Dollar pro Aktie am Tag vor der Bekanntmachung standardisiert und bereinigt. Die allgemeine Marktentwicklung wird auf Basis der 900 Unternehmen der Indizes S & P; 500 und S & P; MidCap 400 berechnet. Die untersuchten Unternehmen kommen aus unterschiedlichen Branchen wie Energiesektor, Finanzindustrie, Luftfahrt, verarbeitende Industrie, Pharma, Technologie und Versorgungsunternehmen.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 19.04.2004

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%