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Untersuchung: DAX-Unternehmen verschrecken Anleger im Internet

Die Investor-Relations(IR)-Webseiten der 30 Unternehmen im Deutschen Aktienindex (DAX) haben ...

Die Investor-Relations(IR)-Webseiten der 30 Unternehmen im Deutschen Aktienindex (DAX) haben erheblichen Nachholbedarf. Es mangelt an der Benutzerfreundlichkeit und am Informationswert. So benötigen potenzielle Investoren im Durchschnitt zehn Mausklicks, um zur gewünschten Information zu kommen. Am schlechtesten schnitt die Deutsche Börse AG ab. Ihre Investor-Relations-Webseite erfüllte die Untersuchungskriterien nur zu 29%. Testsieger ist die Thyssenkrupp AG, die 100% der Kriterien einer vorbildlichen IR-Webseite erfüllt. Dies ist das Ergebnis einer Studie der SirValUse Consulting GmbH, die die Benutzerfreundlichkeit und den Informationsgehalt der Investor-Relations-Webseiten der 30 Dax-Titel untersuchte.
Die gezielte Suche nach Anleger-Informationen auf den Webseiten der DAX-Unternehmen ist schwierig. Dabei ist der Nutzer meist auf sich allein gestellt. Vielen Webseiten fehlen die gängigen Hilfsmittel zum schnellen Auffinden von Informationen. Jedes fünfte Unternehmen versäumt es beispielsweise, eine Sitemap (Inhaltsverzeichnis der Homepage) anzubieten. So lassen sich Informationen, die nicht über die Navigation erreichbar sind, nur schwer finden. 87% der DAX-30-Unternehmen haben eine Suchfunktion auf der IR-Seite eingebaut. Hat sich der Nutzer zu einem Untermenü vorgearbeitet, fehlt jedoch fast bei jedem vierten Unternehmen eine Funktion, mit der er zurück navigieren kann. Fehlanzeige auch bei einer Online-Hilfe: Lediglich jedes siebte Unternehmen greift den Nutzern bei der Bedienung der Webseite unter die Arme.
Viele Webseiten lassen sich nicht nur schwer bedienen, sie haben häufig auch Nachholbedarf beim Informationsangebot. Nahezu jedes vierte räumt beispielsweise aktuellen Mitteilungen aus dem Unternehmen und Investor-Relations-Meldungen keinen gesonderten Bereich ein. Beispiel Allianz: Um zu den Ad-hoc-Mitteilungen zu gelangen, sind vier Mausklicks notwendig. Eine Hilfe-Funktion bietet das Unternehmen nicht. Die Folge: Diese wichtigen Informationen drohen auf der Investor-Relations-Webseite unterzugehen. Informationen zur Unternehmensstrategie halten nur zwei von fünf Aktiengesellschaften bereit. Der Informationswert der Seite sinkt, und sie erfüllt damit nicht die Anforderungen der potenziellen Anleger. Ein weiterer Schwachpunkt: Lediglich 63 bzw. 67% der Unternehmen haben einen Newsletter-Service für Public Relations oder Investor-Relations-Meldungen. Ein Online-Geschäftsbericht findet sich bei rund drei von vier Firmen.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 05.11.2003

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