Untersuchung der Landesmedienanstalten
Studie: TV-Produzenten werden nur langsam wachsen

Die TV-Produktionsfirmen werden laut einer Untersuchung der Landesmedienanstalten nach dem Boom der neunziger Jahre mittelfristig nur noch moderate Wachstumsraten verzeichnen. Die Konzentration in der Branche wird sich der Studie zufolge fortsetzen.

Reuters MÜNCHEN. Mittelfristig werde sich eine niedrige Wachstumsrate einstellen, sagte Wolfgang Seufert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Mittwoch bei der Vorstellung der Studie in München. Ursache hierfür sei vor allem die Flaute am Werbemarkt, die die TV-Veranstalter bei der Auftragsvergabe zur Zurückhaltung zwinge. Hinzu komme das Fehlen von Risikokapital.

Zweistellige Umsatzzuwächse werde es deshalb künftig wohl nicht mehr geben. Wegen des hohen Kostendrucks bei den TV-Sendern werde sich zudem der Konzentrationsprozess unter den Produktionsgesellschaften fortsetzen. Der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), Wolf-Dieter Ring, sprach sich vor diesem Hintergrund dafür aus, regulatorische Eingriffe zum Schutz vor allem kleinerer Produzenten zu erwägen.

Die Verfasser der Studie rechnen damit, dass insbesondere umsatzschwache TV-Produzenten von größeren geschluckt werden könnten. Zudem werde sich die Branchenkonzentration auch vertikal über Kapitalverflechtungen zwischen Sendern und Produzenten nochmals verstärken. Die TV-Veranstalter könnten hierdurch größeren Einfluss auf die Produktion ausüben und somit ihr Risiko verringern. Darüber hinaus biete sich so den Sendern die Möglichkeit, die Kosten unter Kontrolle zu halten.

BLM-Chef Ring sagte, nicht jeder Konzentrationsprozess sei negativ zu bewerten. Sobald aber Vielfalt und Kreativität gefährdet würden, sei auch die Politik gefordert. Dies gelte insbesondere für Kapitalverflechtungen. "Deswegen mahne ich an, über zusätzliche Steuerungsmaßnahmen nachzudenken".

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