Untersuchung noch in frühem Stadium
Intel im Visier der EU-Wettbewerbshüter

Der US-Chiphersteller Intel ist in das Visier der EU-Wettbewerbshüter geraten. Die EU bestätigte am Freitag, dass sie Vorwürfen nachgehe, wonach Intel seine starke Marktstellung bei Computer-Chips zu wettbewerbswidrigem Verhalten missbraucht haben soll. Sollten sich Beweise dafür finden, droht eine hohe Geldbuße.

ap/ddp/rtr BRÜSSEL. Die EU teilte mit, ihr lägen zwei Beschwerden vor, darunter wenigstens eine von einer US-Firma. Die Prüfung befände sich aber noch in einem sehr frühen Stadium und bisher habe die EU keine Anzeichen dafür, dass Intel gegen das Wettbewerbsrecht der Gemeinschaft verstoßen habe. Ein formelles Wettbewerbs-Verfahren sei bisher noch nicht eröffnet worden, sagte die Sprecherin von EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti am Freitag in Brüssel.

Es gehe bei Vorwürfen unter anderem um Treue-Rabatte für Intel-Kunden und exklusive Abnahmeverpflichtungen für Computerhersteller und-händler, sagte die Sprecherin. Die Monti-Behörde schickte bereits Fragenbögen an Hersteller von Personalcomputern und Einzelhändler, um die Praktiken von Intel zu überprüfen.

Ein Sprecher von Intel sagte am Freitag, die Untersuchung der EU-Kartellbehörde habe bereits "vor Monaten" begonnen. Intel arbeite mit den EU-Wettbewerbshütern zusammen und stelle ihnen Informationen über die Geschäftspraktiken des Unternehmens zur Verfügung.

US-Behörde hat nichts festgestellt

Im vergangenen September hatte die US-Wettbewerbsbehörde FTC (Federal Trade Commission) eine Untersuchung gegen Intel nach drei Jahren ohne Ergebnis eingestellt. Die FTC ging unter anderem dem Vorwurf nach, der Chiphersteller verweigere den Herstellern anderer PC-Komponenten Informationen, um diesen die Entwicklung kompatibler Produkte zu erschweren. Die EU betonte aber, dass diese Vorwürfe nicht Gegenstand der laufenden Untersuchung seien.

Das Ausnützen einer dominanten Marktposition - mit beispielsweise überhöhten Preisen - ist in der EU verboten. Falls ein Verfahren eröffnet werden sollte und die Kommission entsprechende Beweise vorlegt, droht eine hohe Geldbuße. Sie können bis zu 10 % eines Unternehmens-Jahresumsatzes ausmachen.

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