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Untersuchung: Zahl der mit Risikokapital finanzierten Unternehmen sinkt

In Deutschland ist die Zahl der Unternehmen, die sich mit Risikokapital finanzieren, im Jahr 2003 ...

In Deutschland ist die Zahl der Unternehmen, die sich mit Risikokapital finanzieren, im Jahr 2003 um 14% zurückgegangen - von 928 auf 794 Unternehmen. Auch europaweit ist ein Rückgang zu verzeichnen: Von den 4500 Unternehmen, die im Januar 2003 ein Gesamtinvestitionsvolumen von 30 Mrd. € auf sich vereinten, sind am Ende des Jahres nur 4100 Unternehmen mit einem Volumen von 28 Mrd. € übrig geblieben. Dies entspricht einem Rückgang von 9%. Dies sind die Ergebnisse einer gemeinsamen Untersuchung von Ernst & Young und VentureOne.
Europaweit erhielten im Laufe des Jahres zwar 228 neue Unternehmen eine Anschubfinanzierung. Aufgrund der anhaltend schwierigen Marktbedingungen mussten aber insgesamt 630 Unternehmen ihre Geschäftstätigkeit aufgeben, davon 180 aufgrund von Liquiditätsproblemen. In Deutschland haben 32 Unternehmen erstmals Risikokapital erhalten. 166 deutsche Unternehmen, die sich bislang mit Risikokapital finanziert hatten, sind vom Markt verschwunden.
Im Branchenvergleich hat die Informationstechnologie die größte Konsolidierung erfahren: Hier gaben europaweit 10% der Unternehmen im Laufe des Jahres ihre Geschäftstätigkeit auf. Fast 4% wurden übernommen oder fusionierten mit einem Partner. In Deutschland schrumpfte die Zahl der IT-Unternehmen, die sich mit Risikokapital finanziert haben, um 17%. Aber auch die Unternehmen, die sich derzeit mit Risikokapital finanzieren, stehen vor weiteren Herausforderungen, da die Investoren zurückhaltend sind, zusätzliche Finanzmittel in bestehende Beteiligungen zu investieren. Schon 2003 erhielten nur 17% der Unternehmen eine Folgerunden-Finanzierung, auf die sie im Schnitt 27 Monate warten mussten.
29% des in Europa investierten Erstrundenkapitals ging an britische Unternehmen, während französischen Unternehmen 17% und deutschen Unternehmen 14% zukam. Das Schlusslicht bilden schwedische Unternehmen, in die nur 5% des Erstrundenkapitals floss. Trotz der insgesamt schwierigen Marktlage sei noch Bewegung im Markt. Europaweit haben im vergangenen Jahr 228 Unternehmen erstmals Risikokapital erhalten. Dies zeige, dass die Investoren immer noch den Mut haben, junge, innovative Unternehmen zu fördern. Die noch eher junge Risikokapital-Branche in Deutschland habe den Dämpfer der letzten Jahre zwar noch nicht ganz verdaut, aber der Boden sei erreicht - die Stimmung steige langsam. Solange allerdings der Börsengang als Ausstiegsmöglichkeit noch nicht wieder verfügbar sei, werde es keinen nachhaltigen Aufschwung bei den Risikokapitalinvestitionen geben.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 02.06.2004

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