Unterwegs in Sibirien
PR-Agentur Gerhard

Vor kurzem stand er noch auf der großen Bühne der deutschen Politik. Jetzt ist Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder auf ganz eigner Mission von Moskau zum Polarkreis.

MOSKAU / BERLIN. Gerhard Schröder jettet durch sein neues Reich: Er besichtigt stählerne Kompressorstationen oberhalb des Polarkreises, gigantische Gastrockner in Jamburg und unermesslich reiche Erdgasquellen in Nowyj Urengoj. Er spricht mit Gasarbeitern in blauen Wattejacken und lässt sich die Technik der Erdgasförderung von wettergegerbten Generaldirektoren erklären. Unterwegs in Sibirien ist der Altkanzler dieser Tage dabei in eigener Sache. Denn Schröder will mitreden können, wenn er am Donnerstag um 9 Uhr Moskauer Zeit seinen ersten offiziellen Termin im Gazprom-Tower in der russischen Hauptstadt wahrnimmt. Der Altkanzler wird dort in seiner neuen Funktion in Erscheinung treten: Als Aufsichtsratschef der Betreibergesellschaft der Nordeuropäischen Gaspipeline.

Wladimir Putin dürfte ihn jedoch gut einstimmen auf diesen Termin, wenn Schröder am Abend zuvor mit dem Kremlchef zu einem privaten Abendessen zusammentrifft. Wie es in Moskau heißt, ist für diese Begegnung ein Schweizer Restaurant ausgewählt worden - auch dies nicht ohne Hintersinn, hat doch die SEG ihren offiziellen Firmensitz im Schweizer Steuerparadies Zug.

Es war auch ein Abendessen, bei dem Gerhard Schröder seine jüngste Initiative lancierte, die am Dienstag in Berlin und Moskau für erhöhte Aufmerksamkeit sorgte. Denn wie erst jetzt bekannt wurde, hatte der ehemalige Regierungschef bereits Mitte Februar bei einem Diner mit Putin-Berater Wiktor Iwanow, dem ehemaligen Verteidigungsminister Volker Rühe (CDU) und Alexander Rahr von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) eine Lanze für einen verstärkten deutsch-russischen Dialog gebrochen.

Vorschnell machte die russische Zeitung "Kommersant" daraus die Gründung einer PR-Agentur, mit der Schröder das russische Image im Westen aufpolieren wolle. Zwar hatten die russischen Journalisten damit übers Ziel hinaus geschossen. Doch nicht ausgeschlossen scheint, dass aus dem lauten Nachdenken des Altkanzlers ein deutsch-russischer "Think-tank" oder eine Expertenkommission erwachsen könnte - wenn es denn akzeptables Geld dazu gibt.

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