Unterzeichnung einer "strategischen Partnerschaft"
Erster Staatsbesuch Putins in Indien beginnt

Reuters NEU-DELHI. Der russische Präsident Wladmir Putin ist am Montag zu seinem ersten Staatsbesuch in Indien eingetroffen. Zentrale Anliegen Putins sind nach offiziellen russischen Angaben die Unterzeichnung einer "strategischen Partnerschaft" mit der indischen Regierung in Neu-Delhi. Angestrebt werde aber auch eine Verbesserung der Handelskontakte mit dem volkreichen Subkontinent. Außerdem hoffe Putin auf den Abschluss umfangreicher Rüstungsgeschäfte.

Die Waffengeschäfte, die während des Putin-Besuchs zum Abschluß kommen könnten, könnten sich auf bis zu 2,2 Mrd. DM belaufen. Mit dem zur Unterzeichnung stehenden Bündnis wolle Russland nicht mit dem Westen oder mit den USA rivalisieren, hatte Putin am Sonntagabend im Fernsehen erklärt.

Gegengewicht zum Einfluss des Westens

Putin ist seit acht Jahren der erste russische Staatschef, der Indien besucht. Zur Zeit der Sowjetunion unterhielten Moskau und Neu Delhi enge und freundschaftliche Beziehungen. Die Sowjetunion war damals der wichtigste Rüstungslieferant für die indische Armee. Nach dem Zusammenbruch der UdSSR 1991 konzentrierte sich Russland zunächst stärker auf seine Beziehungen zu den USA und zu Westeuropa. Spätestens seit der Wirtschaftskrise 1998 und dem Wechsel zu einer nationalistisch ausgerichteten Regierung bemüht sich Moskau verstärkt auch wieder um die alten Bündnispartner, auch als Gegengewicht zum Einfluss des Westens. Als wichtigste anvisierte Bündnispartner gelten in diesem Zusammenhang Indien und China.

Putin teilte mit, dass vor seinem Besuch bereits 132 HighTech-, Raumfahrt- und Energieprojekte unterschriftsreif ausverhandelt worden seien. Nachdem die russische Regierung bereits Jagdflugzeuge vom Typ SU-30 und T-90-Panzer an Indien lieferte, will sie nun auch die jeweiligen Produktions-Lizenzen verkaufen. Auch sei ein Verkauf von Flugabwehrsystemen im Gespräch, hieß es in russischen Militärkreisen.

Die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Russland und Indien blieb bislang weit hinter den Zielsetzungen zurück. Im vergangenen Jahr belief sich der Warenaustausch auf umgerechnet 3,3 Mrd. DM. Dieses Jahr könnte er auf 4,6 Mrd. ansteigen. Russland exportiert vor allem Metalle, Kohle und Dünger und importiert Reis, Tee, Kaffee und Textilien.

Putin stellte in Aussicht, dass die beiden Länder auch im Kampf gegen Terrorismus und islamischen Extremismus zusammenarbeiten könnten.

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