Unübersichtliche Situation
Aussetzung des Fondshandels empfohlen

Der Bundesverband Deutscher Investment- und Vermögensverwaltungsgesellschaften (BVI) hat den deutschen Fondsgesellschaften nach den Terroranschlägen in den USA empfohlen, Ausgabe und Rücknahme von Fonds vorübergehend auszusetzen.

dpa-afx FRANKFURT. Durch die Schließung der US-Börsen und den daraus resultierenden Turbulenzen an den Kapitalmärkten sei "eine für die Anteilspreisberechnung notwendige faire Bewertung nicht zu erwarten, teilte der BVI am Mittwoch in Frankfurt mit.

Die Empfehlung sei in Abstimmung mit dem Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen erfolgt. Die Entscheidung für oder gegen eine Aussetzung liege im Ermessen der Investment-Gesellschaften, da es sich lediglich um eine Empfehlung handele und nicht um eine Anordnung des Aufsichtsamtes, hieß es. Die Dauer der Aussetzung der Anteilsschein-Ausgabe und ?rückgabe hänge von der weiteren Entwicklung der Kapitalmärkte ab.

Investmentgesellschaften folgen Empfehlung

Zahlreiche Investmentgesellschaften setzten den Fondshandel aus. Dies diene dem Interesse der Anleger, teilte die Fonds-Tochter der Deutschen Bank, DWS, mit. In der unübersichtlichen Situation, in der insbesondere für amerikanische Werte keine Anhaltspunkte bestünden, sollten Anleger keine überhasteten Verkäufe vornehmen, hieß es. Eine faire Bewertung sei derzeit nicht möglich.

Auch die amerikanische Investmentgesellschaft Fidelity empfahl ihren Kunden, im Hinblick auf ihre Anlagen keine vorschnellen Entscheidungen zu treffen und die weitere Entwicklung abzuwarten. Die Folgen der Krise seien noch nicht abzuschätzen. Fidelity setzte den Handel mit Fonds, die in US-Aktien investieren, bis auf weiteres aus.

Die Hypo-Vereinsbank-Tochter, Activest Gruppe, setzte den Handel aller Aktienfonds, gemischten Fonds, Dachfonds, internationalen Rentenfonds und Corporate Bond Fonds aus. Die AXA Investment Managers Deutschland GmbH stoppte ebenfalls bis auf weiteres Annahme und Rückgabe von Fondsanteilen. Die Gesellsch aft ist eine Tochter des französischen Versicherungskonzerns AXA.

Die Frankfurter Union Investment gab an, am Mittwoch alle Aktien- und Mischfonds sowie bestimmte Dach- und Rentenfonds auszusetzen. Die rechtlichen Voraussetzungen seien dafür gegeben, hieß es.

Nur noch ausgewählte Fonds bewertet die Gesellschaft ADIG-Investment. Im Interesse der Anleger wolle ADIG Investment zunächst für den Mittwoch nur die Ausgabe und Rücknahme von Anteilsscheinen an Geldmarktfonds sowie ausgewählten Rentenfonds sicherstellen. Bei allen anderen Sondervermögen werde die Anteilspreisermittlung und damit auch Ausgabe und Rücknahme ausgesetzt.

Die US-Gesellschaft Franklin Templeton Investments setzte den Handel mit bestimmten in Deutschland zugelassenen US-Fonds ebenfalls aus.

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