Unveränderte Dividende
Swiss Re macht Verluste

Die Schäden aus den Anschlägen in den USA am 11. September und die negative Entwicklung an den Kapitalmärkten haben den Schweizer Rückversicherungskonzern Swiss Re in die Verlustzone gebracht.

rtr ZüRICH. Swiss Re rechnet nach eigenen Angaben vom Dienstag für 2001 mit einem Nettoverlust von rund 200 Mill. sfr. Im Jahr 2000 hatte der Konzern noch einen Gewinn von 2,966 Mrd. sfr erzielt.

Für 2002 erwartet das Unternehmen wieder eine deutliche Ertragssteigerung. Für 2001 soll eine unveränderte Dividende von 2,50 sfr je Aktie ausgeschüttet werden. Mit der konstanten Dividende will der Konzern seine positive Zukunftseinschätzung unterstreichen. An der Börse verloren die Swiss Re-Aktien in den ersten 40 Minuten 3,9 % auf 142.50 sfr; später konnte sich der Titel etwas erholen.

Die Konsensschätzungen von Analysten waren von einem Gewinn von 1,5 Mrd. sfr für 2001 ausgegangen. Allerdings hatten Experten einen kleinen Verlust nicht ausschliessen wollen. Das sei abhängig davon, wie die Schäden aus den Attacken auf das New Yorker World Trade Center (WTC) verbucht würden, hiess es.

"Die Zahlen sind nicht gut. Aber es war nicht schwer zu prognostizieren, dass das Jahr ein schlechtes wird," sagte Analyst Javier Lodeiro von der Bank Leu. Dafür sei der Ausblick mit wachsenden Volumen und steigenden Prämien sehr gut.

Die Belastungen für die Swiss Re aufgrund der Ereignisse vom 11. September sind höher als zunächst erwartet. Der grösste Schadenfall in der Versicherungsgeschichte bringt für den Schweizer Konzern eine Netto-Belastung von schätzungsweise 2,95 Mrd. sfr. Der Konzern wird Schwankungsrückstellungen von einer Milliarde sfr zur Deckung einsetzen. Sowohl der Umfang der entstandenen Kosten als auch die Anzahl der betroffenen Sparten erreichten ein bislang unbekannte Komplexität, die eine wiederholte Anpassung der Schadenschätzung erforderlich gemacht habe, hiess es. Bisher war Swiss Re davon ausgegangen, dass die Anschläge in vom 11. September das Ergebnis nach Steuern mit rund zwei Mrd. sfr belasten werden.

In der aktuellen Erneuerungsrunde des Nichtleben- und Financial Services-Geschäfts konnte die Swiss Re nach weiteren Angaben in allen Sparten bedeutende Prämiensteigerungen und verbesserte Konditionen erzielen. Im Durchschnitt belaufe sich die Steigerungsrate auf über 15 %, hiess es. Eine ähnlich positive Entwicklung werde für die im laufenden Jahr anstehenden Erneuerungen erwartet.

Die Kapitalgewinne im Jahr 2001 werden laut Swiss Re voraussichtlich 8,4 Mrd. sfr erreichen, womit die ursprüngliche Zielrendite von sieben Prozent übertroffen werde. Wegen der zu erwartenden niedrigen Erträge aus Kapitalanlagen und des geringeren Aktienanteils im Portfolio reduziert Swiss Re diese angestrebte Durchschnittsrendite auf 6,7 %.

Zudem wird wegen der niedrigeren Kapitalerträge und der weiteren Verbesserung der Kostenstruktur das Ziel für die Combined Ratio - das Verhältnis von Kosten und Schadenaufwand zu Prämien - im Nichtleben-Geschäft auf 104 von 107 % über den Rückversicherungszyklus gesenkt.

Im Leben-Geschäft wird Swiss Re den Angaben zufolge trotz einer Schadensumme von 150 Mill. sfr aus den Attacken auf das WTC die angestrebte Umsatzrendite von neun Prozent erreichen. Dank höher erwarteter Skalenerträge und verbesserter Rentabilität werde die Zielmarge auf zehn Prozent erhöht, hiess es weiter.

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