Unwetterschäden 2002 womöglich über 1 Mrd. €
Hochwasser: Versicherer kalkulieren Schäden

Die Überflutungen in Bayern und Sachsen könnten die Unwetter-Schadenbilanz in Deutschland nach Angaben der Versicherer in diesem Jahr auf über eine Milliarde Euro und damit weit über das normale Maß hinaus steigen lassen.

Reuters MÜNCHEN. Nach dem Hochwasser hätten die versicherten Schäden bereits nach ersten Schätzungen einen Wert von annähernd 500 Mill. ? erreicht, so viel wie im vergangenen Jahr insgesamt, sagte ein Sprecher des weltgrößten Rückversicherers Münchener Rück heute in München.

In normalen Jahren liege die Bandbreite zwischen 300 und 500 Mill. ?. "Da sind wir jetzt am oberen Ende", sagte er. "Und wir wissen nicht, was noch im Osten auf uns zukommt." Der volkswirtschaftliche Schaden ist in der Regel etwa doppelt so hoch wie die versicherten Werte.

In Ostdeutschland schlagen Unwetterschäden bei privaten Versicherten für die Konzerne weitaus stärker zu Buche als im Westen. Die Haushalte in den neuen Bundesländern seien durch eine Komplettversicherung, die Elementarschäden einbezieht und von den Versicherern nur dort angeboten wird, in weit stärkerem Maße gegen Hochwasser abgesichert, erläuterte ein Sprecher des Branchenführers Allianz. Diese Haushaltsversicherung knüpfe an die Tradition der ehemaligen staatlichen Versicherung der DDR an.

Ansonsten müssen Gebäude- und Hausrat-Policen eigens um einen Elementarschutz erweitert werden. In Westdeutschland seien daher nur etwa fünf Prozent der Haushalte gegen Hochwasser und andere Naturkatastrophen versichert.

Die Hochwasserbilanz der Versicherer in Sachsen und Sachsen-Anhalt dürfte daher den bisher größten Hochwasser-Einzelschaden in Ostdeutschland übertreffen. Ein in der breiten Öffentlichkeit fast unbeachtetes Hochwasser im Erzgebirge habe die Allianz mit 46 Mill. ? und 35 000 Schadensmeldungen 1999 bislang am meisten gekostet, mehr als das Hochwasser im Oderbruch, sagte der Allianz-Sprecher.

Zuvor hatte die type="person" value="? Sach, Allianz">Allianz-Gruppe mitgeteilt, sie erwarte von den dramatischen Überschwemmungen in Bayern, Sachsen und Sachsen-Anhalt keine großen Ergebnisbelastungen für die deutsche Tochter Allianz Sach.

"Wir sind noch dabei, die Schäden zu erheben", sagte Allianz-Vorstand Helmut Perlet. Deshalb könne er zurzeit noch keine konkrete Prognose geben. Das Ausmaß des Schadens durch die Flutkatastrophe in Deutschland lässt sich nach Einschätzung der Allianz noch nicht beziffern. Mit ersten Schätzungen des Schadens für die Allianz sei voraussichtlich erst in der kommenden Woche zu rechnen, sagte Allianz-Vorstand Helmut Perlet heute in München.

Die Auswirkungen auf das Ergebnis der Allianz Sach seien aber sicher nicht dramatisch. Die auf die Allianz zukommenden Schadenszahlungen nach dem Hochwasser in Österreich bezifferte Perlet auf 20 Mill. ?, die in Italien auf einen einstelligen Millionen-Euro-Bereich.

Sachsen, Bayern und Sachsen-Anhalt sind von den schlimmsten Überschwemmungen seit mehreren Jahrzehnten betroffen. In Sachsen sind dabei sechs Menschen ums Leben gekommen.

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