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Unwissenheit schützt Steuerzahler vor Nachteilen

Sofern Steuerzahler nachweislich wenig oder überhaupt keine Rechtskenntnisse haben, darf ihnen die Finanzverwaltung keinen Strick daraus drehen.

ddp KöLN. Das ist die Quintessenz aus einem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH), das einen Jungunternehmer mit zwei blauen Augen davonkommen ließ (Aktenzeichen: XI R 42/00). Der Firmengründer war selbstständig und musste deshalb "Einkünfte aus Gewerbebetrieb" in das Steuerformular "Anlage GSE" eintragen. In seinem ersten Geschäftsjahr erwirtschaftete er einen Verlust. Weil er keinen Steuerberater hatte und sich selbst im Steuerrecht nicht auskannte, notierte er ins Formular nicht seine roten Zahlen, sondern "0 DM Gewinn".

Im darauf folgenden Jahr beauftragte der Freiberufler einen Steuerberater, sich um die Abrechnung mit dem Finanzamt zu kümmern. Dem Experten fiel sogleich der Fehler aus dem Vorjahr auf. Er ging gegen den bereits rechtskräftigen Steuerbescheid an, um die damaligen Verluste in das laufende Jahr zu übertragen und dadurch erheblich Steuern zu sparen. Mit diesem Ansinnen traf der Berater jedoch auf taube Ohren im Finanzamt. In letzter Instanz hatte der Widerstand gegen den Fiskus schließlich Erfolg.

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