"Unwörter" des Jahres stammen aus Berichterstattung über Terroranschläge
"Gotteskrieger" ist "Unwort" des Jahres

Das "Unwort" des Jahres 2001 heißt "Gotteskrieger". Das wurde am Dienstag in Frankfurt bekannt.

dpa FRANKFURT/MAIN. In der Begründung der Jury hieß es am Dienstag in Frankfurt: "Kein Glaube an einen Gott gleich welcher Religion kann einen Krieg oder gar Terroranschläge rechtfertigen." Die Bezeichnung werde vor allem in akustischen Medien oft ohne kritische Distanz gebraucht.

Auf Platz zwei kam der "Kreuzzug" als Umschreibung der militärischen Vergeltung. Auf Rang drei wurde die "extrem verharmlosende Benennung" von Osama bin Laden als Topterrorist gesetzt.

Die Formulierungen wurden aus rund 1400 Zuschriften mit 727 verschiedenen Vorschlägen ausgewählt. Mit dem "Unwort" werden Begriffe gerügt, "welche die Erfordernisse sachlicher Angemessenheit und humanen Miteinanders besonders deutlich verfehlen". In der Jury sitzen vier Sprachwissenschaftler und in diesem Jahr auch der ehemalige ZDF-Chefredakteur Klaus Bresser sowie die TV-Moderatorin Maybrit Illner. Sprecher ist der Frankfurter Germanist Horst Dieter Schlosser. Das Unwort wird seit 1991 gekürt.

Das "Wort des Jahres", das die Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden auswählt, war 2001 "Der 11. September". Das Unwort des Jahres 2000 lautete "National befreite Zone", die zynisch heroisierende Umschreibung einer Region, die von Rechtsextremisten terrorisiert wird. 1999 wurde "Kollateralschaden" als Unwort gewählt, ein verharmlosender Ausdruck für die Tötung Unschuldiger als Nebensächlichkeit im Kosovo-Krieg.

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