„Unwürdiges Spiel“
Blatter ist aus dem Schneider

Der Präsident des internationalen Fußball-Verbandes FIFA, Joseph Blatter, ist vom Vorwurf der Veruntreuung und der ungetreuen Geschäftsführung entlastet worden. Die für den Kanton Zürich zuständige Bezirksanwaltschaft hat die Strafuntersuchung eingestellt, wie sie am Mittwoch mitteilte.

HB/dpa ZÜRICH. Blatter reagierte mit Genugtuung auf die Nachricht aus seiner Schweizer Heimat. "In allen zwölf Anklagepunkten bin ich entlastet worden. Auszüge in der Urteilsbegründung zeigen deutlich, dass die Anklage jeder Grundlage entbehrte und nur einem Zwecke diente: Die Wiederwahl meiner Person zum Fifa-Präsidenten am 30. Mai 2002 zu verhindern", sagte Blatter.

Die Untersuchung war am 13. Mai durch eine Anzeige von elf Mitgliedern des Fifa-Exekutivkomitees ausgelöst worden. Diese warfen Blatter vor, er habe sich durch finanzielle Begünstigung von Personen auf Kosten der FIFA die Wiederwahl als Präsident erkauft. Den Stein ins Rollen gebracht hatte Fifa-Generalsekretär Michel Zen-Ruffinen, der seinem Landsmann Blatter Anfang Mai vor der Fifa-Exekutive in Zürich Korruption, Betrug, Vetternwirtschaft, Amtsmissbrauch und finanzielles Missmanagement vorgeworfen hatte. Zen-Ruffinen wurde nach der WM in Südkorea und Japan entlassen. Die Mehrheit der Anzeigeerstatter hatte die Klage bereits nach Blatters Wiederwahl in Seoul zurückgezogen.

Nach der Mitteilung der Bezirksanwaltschaft hätten sich die Verdächtigungen als falsch erwiesen. Die zwölf in der Anzeige aufgelisteten Geschäfte, bei denen die Anzeigeerstatter strafbares Handeln vermuteten, seien alle rechtens gewesen. Der Anwalt erklärte, die Exekutivmitglieder hätten Blatter für Sachverhalte angezeigt, zu denen sie selbst die Zustimmung gaben. Dies grenze an den Tatbestand der falschen Anschuldigung.

Blatter bezeichnete die Kampagne gegen ihn als "unwürdiges Spiel, das dem Fußball, dem Weltverband Fifa und nicht zuletzt ihrem Präsidenten einen unnötigen, vor allem aber unermesslichen Imageschaden zugefügt hat". Blatter verzichtet auf eine Entschädigung und schloss sich dem Vorschlag der Bezirksanwaltschaft an, dass die Fifa die Verfahrenskosten in Form einer Spende an eine gemeinnützige Organisation des Kantons Zürich zahlt.

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