Unzulässige Spuren von tierischen Bestandteilen
Bayern stoppt Futtermittelfabrik wegen BSE-Gefahr

Bayerns Landwirtschaftsminister Josef Miller (CSU) hat am Freitag erstmals die Produktion von Rinderfutter in einem Unternehmen im Freistaat gestoppt. Wie die dpa aus sicherer Quelle erfuhr, handelt es sich dabei um den Hersteller Deuka in Regensburg.

dpa MÜNCHEN. Bayerns Landwirtschaftsminister Josef Miller (CSU) hat am Freitag erstmals die Produktion von Rinderfutter in einem Unternehmen im Freistaat gestoppt. Wie die dpa aus sicherer Quelle erfuhr, handelt es sich dabei um den Hersteller Deuka in Regensburg. Bei Proben seien unzulässige Spuren von tierischen Bestandteilen in dem Futter gefunden worden, teilte das Landwirtschaftsministerium in München mit. Das Regensburger Unternehmen verwies auf den Pressesprecher der Zentrale in Düsseldorf. Von dort war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Der Bescheid sei sofort vollziehbar und verpflichte das Unternehmen auch, Händler und Landwirte umgehend vor dem beanstandeten Rinderfutter zu warnen. Die betroffene Ware müsse aus dem Verkehr gezogen werden. Tiermehl im Rinderfutter gilt als mögliche Ursache für BSE-Infektionen.

Miller warnte vor weiteren Missachtungen des Tiermehlverbots. "Wir werden hart durchgreifen", sagte er. Das jetzt beanstandete Unternehmen sei bei den Kontrollen seit Anfang Dezember wiederholt mit Verunreinigungen aufgefallen. Künftig sollen die Hersteller bei positiv auf Tiermehl getesteten Futtermittelproben öffentlich bekannt gegeben werden, kündigte der Minister an.

Deuka produziert und vermarktet nach Angaben auf der eigenen Internetseite seit rund 70 Jahren Mischfutter und ist Marktführer in Deutschland. In neun Werken würden rund 1,8 Mill. Tonnen Futter im Jahr hergestellt und mit rund 500 Mitarbeitern ein Umsatz von rund 600 Mill. DM pro Jahr erzielt. Nach Unternehmensangaben unterliegen alle Produkte der freiwilligen Kontrolle durch ein Institut für Lebensmitteltechnik.

Deuka betont auf der Internetseite, unabhängig vom 1994 europaweit verhängten Verbot der Tiermehlverfütterung an Wiederkäuer nie Tiermehl im Wiederkäuerfutter eingesetzt zu haben. Auch habe das Unternehmen schon vor Inkrafttreten des umfassenden Verfütterungsverbotes vom 2. Dezember 2000 das für Geflügel- und Schweinefutter noch zugelassene Tiermehl von der weiteren Verarbeitung auch in diesen Produkten ausgeschlossen, heißt es dort weiter.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%