"Unzumutbares Gefährdungspotenzial"
Medienwächter kritisiert Gewalt im Fernsehen und Internet

Die Darstellung von Gewalt im Fernsehen und Internet nimmt nach neuesten Erkenntnissen der Medienwächter immer weiter zu. Die Medienanstalt Sachsen-Anhalt (MSA/Halle) prangerte in einem am Freitag veröffentlichten Positionspapier die wachsende Verbreitung jugendgefährdender Inhalte in den elektronischen Medien an, wie die MSA mitteilte.

dpa HALLE. Nach Auffassung der Medienanstalt sind nicht nur die Programme der privaten, sondern auch der öffentlich-rechtlichen Veranstalter durch körperliche und zunehmend "sexualisierte Gewalt" geprägt. Die Zuständigkeit der Landesmedienanstalten erstreckt sich ausschließlich auf die privaten Programmanbieter.

Die tägliche Präsenz von Gewaltdarstellungen auf dem Bildschirm, die Intensität und die Summe, steigerten die problematische Wirkung zu einem unzumutbaren Gefährdungspotenzial. Kinder und Jugendliche könnten viele Sendungen mit extremen Gewalt- und Sexdarstellungen oft nicht einordnen und emotional verarbeiten, hieß es weiter in dem Positionspapier.

Verunsicherung junger Zuschauer

In Talk-Shows, in so genannten "Real-Life"-Sendungen und in Psycho-Formaten würden in zunehmenden Umfang Verhaltensweisen, Werte und Ansichten propagiert. Begleitet von verbaler Gewalt mit aggressiven Äußerungen wirkten diese auf junge Zuschauer desorientierend. Sie würden verunsichert, weil ihre Identitäts- und Persönlichkeitsentwicklung noch nicht abgeschlossen sei.

Leider gebe es auch im Internet, bei Ausleihvideos und Computerspielen weitgehend unkontrollierte und gefährliche Entwicklungen mit grausamsten Gewaltszenen und entwürdigenden Sexualdarstellungen. In dem Positionspapier werden für das Internet effektive Aufsichtstrukturen und Selbstkontrollen insbesondere zum Schutz von Kindern und Jugendlichen verlangt.

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