Urabstimmung vom 9. April bis zum 3. Mai
Piloten schließen Warnstreiks bei Lufhansa nicht aus

Nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen mit der Deutsche Lufthansa AG, Frankfurt/Köln, schließt die Vereinigung Cockpit (VC) auch Warnstreiks nicht aus.

vwd FRANKFURT. "Wir behalten uns diese Möglichkeit vor", sagte VC-Sprecher Stephan Scholz am Dienstagnachmittag. Ob und wann die VC zu solchen Maßnahmen greifen werde, wollte der Sprecher aus "taktischen Gründen" nicht sagen. In einer Urabstimmung, die vom 9. April bis zum 3. Mai durchgeführt werden soll, will sich die Piloten-Gewerkschaft bei den Mitgliedern auch die Befähigung zu unbefristeten Arbeitsniederlegungen einholen.

 Deutsche Lufthansa - Drei-Monatsverlauf

Von den 4 200 Beschäftigten im Cockpit der Lufthansa Passage, Lufthansa Cargo, Condor und Condor Berlin sind nach VC-Angaben knapp 80 % organisiert. In der gestrigen vierten Verhandlungsrunde hat die VC die Tarifverhandlungen einseitig für gescheitert erklärt und das von Lufthansa vorgelegte Angebot als völlig unzureichend zurückgewiesen. Die Piloten fordern vor allem die substanzielle Verbesserung ihrer Fixgehälter. Sie seien die Basis zur Einführung zukunftorientierter Vergütungssysteme, betont die VC. Das Angebot der Lufthansa gehe von einer Laufzeit von vier Jahren aus, argumentiert die VC.

Lineare Gehaltserhöhung angeboten

Danach, so die VC, werde den Cockpit-Beschäftigten für das Jahr 2001 eine lineare Gehaltserhöhung von lediglich durchschnittlich rund 3,3 % zuzüglich einer variablen Vergütung in Höhe von einem Monatsgehalt angeboten. Für die Jahre 2002 bis 2005 habe Lufthansa lediglich die Zahlung eines Inflationsausgleichs in ihr Angebot aufgenommen, heißt es bei der VC. Die VC spricht von "Verschleppungstaktik" bei der Deutschen Lufthansa, da erst in der vierten Verhandlungsrunde ein konkretes Angebot vorgelegt worden sei. Lufthansa kritisierte den Verhandlungsabbruch und forderte die VC auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Das Verhalten der VC schade dem Ruf eines ganzen Berufsstandes, sagte der Leiter Konzern-Kommunikation Klaus Walther in einer Telefonkonferenz. Lufthansa habe sich zu "auf ihrem Angebot aufbauenden Gesprächen" bereit erklärt. Die VC habe jedoch ultimativ ein zweites, nachgebessertes Angebot gefordert, das noch am gleichen Abend vorgelegt werden sollte. Walther sprach von einem "erpresserischen Ultimatum" am gestrigen Abend. Ob es angesichts der verhärteten Fronten über Ostern zu weiteren Streikmaßnahmen kommen wird, ist derzeit noch offen. Die Lufthansa appellierte in diesem Zusammenhang an die Piloten, den Tarifkonflikt nicht auf dem Rücken der Kunden auszutragen.

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