Urabstimmungen eingeleitet
Chance auf friedliche Lösung des Metall-Konflikts gesunken

Die Aussichten auf eine friedliche Lösung des Metall-Tarifkonflikts sind nach den gescheiterten Verhandlungen in Baden-Württemberg weiter gesunken. Weder von IG Metall noch vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall gab es am Wochenende Signale, dass die Tarifparteien doch noch am Verhandlungstisch eine Einigung suchen könnten, um den ersten Arbeitskampf in der Metall- und Elektroindustrie seit 1995 zu vermeiden.

dpa FRANKFURT/MAIN/HAMBURG. Nach dem Scheitern der Tarifgespräche am Freitag in Ludwigsburg wollen sämtliche IG Metall-Bezirke die Urabstimmung für einen Streik einleiten. Einen entsprechenden Beschluss fasste bereits die Große Tarifkommission der Gewerkschaft im Südwesten. Über die für diesen Montag erwarteten Anträge der anderen Tarifkommissionen wird der Vorstand der IG Metall am Dienstag beraten. Es wird erwartet, dass ein oder zwei Tarifgebiete ausgewählt werden, in denen die Mitglieder dann über einen Streik abstimmen sollen. Das Ergebnis der Urabstimmung erwartet die IG Metall am 30. April. Am 6. Mai könne der Streik dann beginnen.

Die Gewerkschaft schließt nach den Worten ihres Zweiten Vorsitzenden Jürgen Peters Verhandlungen zwischen dem Beginn der Urabstimmung und dem Streik aus. "Urabstimmung und Streik sind für uns eine Einheit", sagte Peters der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Die Mitglieder müssten wissen, dass es nicht um eine Drohgebärde für Verhandlungen, sondern um den Ernst des Arbeitskampfes gehe.

Auch der Arbeitgeberverband Gesamtmetall sieht nach dem Scheitern der Verhandlungen am Freitag keinen Spielraum für ein weiteres aufgebessertes Angebot für die 3,6 Mill. Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie. "Wir haben unsere Schmerzgrenze überschritten und uns mit diesem Angebot komplett ausgezogen", sagte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser der "Bild"-Zeitung (Samstagausgabe). "Mit der Vier vor dem Komma würde uns die Haut abgezogen."

Die Metall-Arbeitgeber hatten in Ludwigsburg zuletzt eine Pauschale für zwei Monate von insgesamt 190 ? und 3,3 % höhere Einkommen ab dem 1. Mai für die folgende Laufzeit von 13 Monaten geboten. Die IG Metall hatte ursprünglich 6,5 % mehr Geld gefordert, strebt faktisch aber eine "Vier vor dem Komma an".

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