Urlaubsflair im DFB-Quartier tut ihr übriges
Deutschlands zweite Garde schiebt Frust

Rudi Völler kann bislang alle Spieler seines Kaders einigermaßen bei Laune halten. Doch die Klagelieder der Reservisten werden nach dem enttäuschenden Ergebnis gegen die Letten lauter. Auch weil die Zwei-Klassen-Gesellschaft lange nicht mehr so ausgeprägt war wie in Portugal.

HB ALMANCIL. Die Trennung von erster Garnitur und zweiter Wahl im Lager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ist frappierend, und angesichts des drohenden Ausscheidens in der Vorrunde fürchten viele, dass sie nicht eine EM-Minute spielen werden. "Meine Rolle ist wahrscheinlich wie die von acht bis neun anderen Spielern hier, die wohl nicht zum Einsatz kommen werden: sehr unbefriedigend", beschrieb Ersatztorhüter Jens Lehmann im ZDF-Interview die Stimmung unter den Reservisten: "Ich habe schon einige Turniere mitgemacht, dieses Mal ist es am schwierigsten."

Ob Jens Jeremies, Sebastian Kehl, Andreas Hinkel, Christian Ziege, Lukas Podolski oder die Ersatzkeeper Lehmann und Timo Hildebrand: Sie alle scheinen die von Völler verordnete Rolle als Bankdrücker auszusitzen und führen in der Zwei-Klassen-Gesellschaft inzwischen ihr eigenes Leben. Während beim gemeinsamen Training nach dem dürftigen 0:0 gegen Lettland die Stammkräfte um den Platz trabten, absolvierten die Reservisten zunächst bedrückt und lautlos ihre Übungen. Erst als die Etablierten inklusive Teamchef Völler den Rasen verlassen hatten, wurde es laut: "Torwart" Ziege und die anderen machten Spaß-Schusstraining.

"Früher hätten sich die Reservisten im Training gefetzt, um den Frust abzulassen, dass sie nicht spielen durften", berichtete Ziege, der vergeblich auf eine Einwechslung gegen die Letten gehofft hatte. "Die Situation war wie geschaffen, dass ich hätte reinkommen können. Jeder weiß, dass ich der einzige Linksfuß bin und Flanken schlagen kann", trauerte Ziege der entgangenen Einsatzchance nach.

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