Urnengang in Bayern
Stimmungstest, aber keine Schlüsselwahl

Die Kommunalwahl im Heimatland des Unionskanzlerkandidaten Edmund Stoiber (CSU) gilt als Stimmungstest, aber nicht als „Schlüsselwahl“ für das Votum am 22. September auf Bundesebene.

dpa MÜNCHEN/BERLIN. Die Kommunalwahl im Heimatland des Unionskanzlerkandidaten Edmund Stoiber (CSU) gilt als Stimmungstest, aber nicht als "Schlüsselwahl" für das Votum am 22. September auf Bundesebene. Aus dem Ergebnis könnten keine Folgerungen für den Ausgang der Bundestagswahl gezogen werden, sagt etwa der Leiter der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen, Dieter Roth. "Dazu ist Bayern als Land zu eigen." Eine Partei könne im Land von einer günstigen Stimmung im Bund durchaus profitieren. "Aber umgekehrt beeinflusst das Abschneiden bei einer Landeswahl nicht die Ergebnisse in der gesamten Bundesrepublik, höchstens einmal die aktuelle politische Stimmung", erläutert Roth.

Zudem spielen gerade bei Kommunalwahlen andere Faktoren als die Parteienbindung eine wichtige Rolle. "Die Menschen entscheiden hier sehr viel stärker nach den Problemen vor Ort und nach den Personen, die sie möglicherweise sogar selbst kennen." Das belegt auch das Jahr 1998, als in Bayern nur zwei Wochen vor der Bundestagswahl die Landtagswahl stattfand. Damals hatte die CSU im Land ihr Ergebnis leicht verbessert, dennoch musste die Union 14 Tage später sowohl im Bund als auch in Bayern schwere Einbußen hinnehmen. Die SPD verlor bei der Landtagswahl, legte aber bei der Bundestagswahl zu - und schaffte zusammen mit den Grünen den Regierungswechsel.

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