Ursache für den Absturz ist weiter unklar
Cockpit des abgestürzten Flugzeuges gefunden

ussische Rettungsmannschaften haben am Freitag im Schwarzen Meer die Suche nach den Resten des mit mehr als 70 Menschen abgestürzten russischen Passagierflugzeugs vom Typ Tupolew-154 fortgesetzt.

ap/dpa MOSKAU/TEL AVIV. Neben 13 Leichen wurden in der Nacht das zerstörte Cockpit und ein Teil der Passagierkabine geborgen, meldete die Agentur Interfax unter Berufung auf den russischen Zivilschutz. Elf Schiffe waren an der Bergungsaktion beteiligt, die der Sekretär des russischen Sicherheitsrates, Wladimir Ruschailo, vom Hubschrauber aus verfolgte.

Die Maschine mit 66 Fluggästen und zwölf Besatzungsmitgliedern an Bord war am Donnerstag auf dem Weg von Tel Aviv nach Nowosibirsk in Sibirien explodiert und ins Meer gestürzt. Die meisten Passagiere waren Israelis russischer Abstammung. Weil kein Anzeichen für ein technisches Versagen vorlag, schlossen russische wie israelische Behörden einen Anschlag nicht aus.

Russische und ukrainische Behörden dementierten Medienberichte aus Frankreich und den USA, die ukrainische Armee habe das Flugzeug bei Schießübungen auf der Halbinsel Krim versehentlich getroffen. Der russische Präsident Wladimir Putin nannte diese Version unwahrscheinlich. Nach Angaben des US-Fernsehsenders CBS hatten US- Satelliten den Start einer Boden-Luft-Rakete auf der Krim verzeichnet.

In Washington hieß es gestern, eine bei einem Manöver in der Ukraine abgefeuerte Boden-Luft-Rakete könne die Tupolew zum Absturz gebracht haben. Nach amerikanischer Darstellung hielten die ukrainischen Streitkräfte am Donnerstag auf der Krim ein Manöver ab, bei der auch Flugabwehrraketen eingesetzt wurden. Möglicherweise sei die Rakete von einem Schiff abgefeuert worden. Das russische Verteidigungsministerium erklärte dazu lediglich, man prüfe entsprechende Berichte.

Alle Raketen haben Ziel erreicht

Der ukrainische Verteidigungsminister Oleksandr Kusmuk erklärte, alle bei dem Manöver eingesetzten Raketen verfügten über einen Selbstzerstörungsmechanismus für den Fall, dass sie vom Kurs abkommen sollten. Alle Raketen hätten ihr Ziel wie vorgesehen erreicht und seien nicht in Richtung des Explosionsorts abgefeuert worden. Außerdem hätten weder die zivile Flugaufsicht noch die Luftwaffe die Anwesenheit von Zivilflugzeugen im Manövergebiet aufgezeichnet, erklärte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Kostiantin Chiwrenko.

Putin erklärte in Moskau: "Ein ziviles Flugzeug ist heute abgestürzt und es ist möglich, dass dies das Resultat eines terroristischen Aktes ist." Er hatte zuvor Geheimdienstchef Nikolai Patruschew und Verteidigungsminister Sergej Iwanow in den Kreml einbestellt. Den Vorsitzenden des Nationalen Sicherheitsrates, Wladimir Ruschailo, beauftragte Putin mit den Ermittlungen. Die Chartermaschine der Fluggesellschaft Sibir stürzte etwa 185 Kilometer vor der russischen Schwarzmeerstadt Adler ab. Bis zum Nachmittag wurde eine Leiche geborgen, auch Teile des Wracks wurden sicher gestellt. Der Pilot eines armenischen Flugzeugs berichtete den russischen Luftverkehrsbehörden, die Maschine vom Typ Tupolew 154 sei in der Luft explodiert, wie der stellvertretende Verkehrsminister Karl Ruppel mitteilte. Pilot Garik Owanisian sagte, er sei in 6300 Meter Höhe über dem Schwarzen Meer geflogen, als er die Explosion in 11 000 Metern Höhe gesehen habe. Daraufhin sei das Flugzeug ins Meer gestürzt, und es habe eine zweite Explosion gegeben.

Ein Mitarbeiter des Küstenfunkdienstes in der rumänischen Stadt Constanta erklärte, er habe einen Notruf vom Schwarzen Meer empfangen. Nach dem "Mayday"-Ruf habe er russische Gesprächsfetzen gehört. Nach offiziellen rumänischen Angaben nehmen rumänische und französische Piloten in der Region Constanta an einem Luftmanöver teil. Dazu zählt offenbar auch das Abfeuern von Luft-Boden-Raketen.

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