Ursachen für Alterssymptome
Alterung des Mannes bleibt ein Rätsel

Der alternde Mann ist für die Medizin weithin ein Rätsel. Alterssymptome wie schlaffere Muskeln und hängendes Fettgewebe, verminderter Bartwuchs oder nachlassende Lust am Sex könnten nicht eindeutig auf den Abfall des männlichen Testosteron-Hormonspiegels zurückgeführt werden. Dies sagte am Freitag der Androloge Professor Walter Krause (Universitätsklinik Marburg) auf dem Düsseldorfer Ärztekongress Medica.

dpa DÜSSELDORF. Welche Ursachen für die Alterserscheinungen verantwortlich seien, könne noch nicht gesagt werden. "Das Gebiet ist in Erforschung", erklärte Krause. So könne man keinesfalls von einem "männlichen Klimakterium" sprechen, da sich im Körper nicht "dieselben dramatischen Ereignisse" vollzögen wie bei Frauen in den Wechseljahren.

Fest stehe allerdings, dass es bei einem gesunden Mann ab dem 40. Lebensjahr zum allmählichen Testosteron-Abfall komme. Zwei Studien an insgesamt 2 182 Männern im Alter von 18 bis 92 Jahren hätten gezeigt, dass Männer am stärksten zwischen dem 50. und 59. Lebensjahr alterten: Hier würden vermehrt Erschöpfungsgefühle, Herz- Kreislaufprobleme und allgemeine Depressivität beklagt. Neben dem wirklichen Alter spielten aber auch ein geringes Einkommen, das Fehlen einer Partnerschaft, Arbeitslosigkeit oder die negative Einschätzung der eigenen Gesundheit eine ungünstige Rolle bei der Lebenszufriedenheit.

Nach den Erkenntnissen der Wissenschaftler berichteten 61 Prozent der 18- bis 40-Jährigen mit Partnerinnen von sexuellen Aktivitäten. Diese Rate ging bei den über 60-Jährigen mit Partnerin auf 17 Prozent zurück. Nachlassende Sexualfunktionen ließen sich aber nicht unbedingt mit abnehmendem Testosteronspiegel erklären: Nervenleiden, Bluthochdruck, Diabetes, Gefäßveränderungen und insbesondere die Erkrankung der Prostata spielten ebenfalls eine große Rolle. Bei der Einnahme von Testosteron müsse deshalb auch auf diese Probleme geachtet werden. Keinesfalls dürfe bei einem Prostata-Tumor an eine Testosteron-Therapie gedacht werden, da das Hormon vermutlich das Wachstum eines latent vorhandenen Karzinoms anrege.

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