Ursprung in Irland
Falsch deklarierter Abfall führte zu Hormonskandal

In Irland falsch deklarierter Abfall ist nach Einschätzung der irischen Umweltbehörde EPA möglicherweise für den Skandal um hormonverseuchtes Tierfutter mitverantwortlich. Wie die Zeitung "The Irish Times" in ihrer Internetausgabe vom Mittwoch unter Berufung auf die Behörde berichtete, wurden gefährlicher mit ungefährlichem Abfall gemischt.

HB DUBLIN. Die Mischung sei sodann aber fälschlicherweise als unbedenklich etikettiert worden. Dieser Abfall sei mit dem Wachstumshormon Medroxy-Progesteron-Acetat (MPA) verseucht gewesen und an einen belgischen Futtermittelhersteller geliefert worden. Dieses Unternehmen habe das Futtermittel in mehrere europäische Länder geliefert.

Inzwischen sind nahezu alle großen Bundesländer und EU-Staaten von dem Skandal um das Wachstumshormon MPA betroffen. In zwölf der 16 Bundesländer wurden Betriebe mit möglicherweise belastetem Futter beliefert. Gleiches gilt für elf der 15 EU-Mitgliedsstaaten. Nach Auffassung des Ständigen Lebensmittelausschusses der EU gibt es jedoch dennoch keinen Anlass für ein schärferes Vorgehen.

Der EU-Lebensmittelausschuss bestätigte am Dienstag in Brüssel das bereits eingeschlagene Verfahren: Möglicherweise verunreinigtes Futter soll aufgespürt, zurückgezogen und beseitigt werden, hieß es. Alle Betriebe, die unter Umständen verunreinigtes Futter erhalten haben könnten, sollen auch weiterhin unter staatliche Aufsicht gestellt werden.

Allein in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen wurden bisher 337 Betriebe gesperrt. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen riet "vorerst zur Zurückhaltung beim Fleischverzehr". Nach Stand vom Dienstag nicht von den fraglichen Lieferungen betroffen sind lediglich Hessen, Sachsen, Berlin und Bremen.

Bundesverbraucherministerin Renate Künast, ihre Nordrhein- Westfälische Amtskollegin Bärbel Höhn (beide Grüne) und der Bauernverband forderten erneut eine Positivliste zugelassener Futterbestandteile in der EU. Bislang darf all das in Futtermittel verwendet werden, was nicht ausdrücklich verboten ist.

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