Urteil blieb unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft
Haft für Matthias Schmider im Flow Tex-Prozess

Das Landgericht Mannheim befand den 41-jährigen Manager schuldig, an den Scheingeschäften seines Bruders Manfred Schmider beteiligt gewesen zu sein.

Reuters BERLIN. Dabei sei während seiner Tätigkeit bei Flow Tex ein Gesamtschaden von rund 1,1 Milliarden Euro entstanden. Bei seiner eigenen Firma Powerdrill habe er einen Schaden von etwa 135 Millionen Euro verursacht.

Insgesamt habe die Flow Tex-Gruppe mit ihren betrügerischen Geschäften einen Gesamtschaden von rund 2,2 Milliarden Euro angerichtet, sagte der Vorsitzende Richter Michael Meyer.

Im Dezember war der Ex-Flow Tex-Chef Manfred Schmider zu zwölf Jahren und sein Geschäftspartner Klaus Kleiser zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht hatte damals befunden, beide Männer hätten ein betrügerisches Schneeballsystem aufgebaut, das in Ausmaß, zeitlicher Dauer und und dem Umfang der persönlichenBereicherung vor allem Schmiders einmalig gewesen sei

.

Die Männer hätten mit lediglich 200 bis 300 Horizontal-Bohrmaschinen Scheingeschäfte mit 3000 dieser speziellen Geräte gemacht. Wegen der Höhe des Schadens gilt der Fall als eines der größten Wirtschaftsverbrechen in der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Das Gericht sieht bei Matthias Schmider während seiner Zeit bei Powerdrill Betrug in 31 Fällen und Beihilfe zum bandenmäßigen Betrug bei Flow Tex. Meyer sagte, Matthias Schmider sei Mitglied der Bande um Manfred Schmider und Klaus Kleiser gewesen. "Sein Täuschungsmanöver war nicht ganz so aufwändig wie das seines Bruders." Meyer sagte, es sei davon auszugehen, dass noch erhebliche Summen im Ausland seien. Der Verbleib von 25 Millionen Euro sei weiterhin ungeklärt.

Bei seiner Firma Powerdrill habe Schmider ein ähnliches Finanzierungssystem wie bei Flow Tex aufgebaut, sagte Meyer. Nicht existierende Horizontalbohrsysteme seien an Banken und Leasinggesellschaften verkauft und dann zurückgemietet worden. Manfred Schmider habe 1997 die völlig überschuldete Firma Powerdrill seines Bruders übernommen, um damit einen möglichen Zusammenbruch als Dominoeffekt für Flow Tex zu verhindern.

Mit dem Urteil blieb das Gericht unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die acht Jahre und sechs Monate Haft gefordert hatte. Schmiders Anwalt Alexander Keller hatte für ein Strafmaß unter sechs Jahren und sechs Monaten plädiert.

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