Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt
Kündigung nicht pauschal mit Auftragsmangel zu rechtfertigen

Ein Unternehmen muss darlegen, wie sich ein Auftragsrückgang und gesunkene Umsatzzahlen konkret auf die betroffenen Arbeitsplätze auswirkt, wenn es betriebsbedingte Kündigungen aussprechen will.

dpa FRANKFURT/MAIN. Eine schlechte Auftragslage kann von einem Unternehmen nicht pauschal als Begründung für betriebsbedingte Kündigungen herangezogen werden. Das hat das Arbeitsgericht Frankfurt in einem am Montag bekannt gewordenen Urteil entschieden. Die Richter gaben damit den Klagen von vier Arbeitnehmern gegen eine Kartonfabrik statt und erklärten deren betriebsbedingte Kündigungen für unwirksam (Az: 7 Ca 4356/01).

Ein Unternehmen muss nach Auffassung des Gerichts darlegen, wie sich ein Auftragsrückgang und gesunkene Umsatzzahlen konkret auf die betroffenen Arbeitsplätze auswirkt, wenn es betriebsbedingte Kündigungen aussprechen will. Darüber hinaus müssten soziale Überlegungen bei der Entscheidung eine Rolle spielen. So seien etwa das Alter, die Betriebszugehörigkeit und Unterhaltsverpflichtungen der von der Kündigung bedrohten Mitarbeiter zu berücksichtigen. Auch dies habe die Kartonfabrik unterlassen.

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