Urteil des Arbeitsgrichts Frankfurt
Ironische Bemerkung am Arbeitsplatz rechtfertigt keine Abmahnung

dpa FRANKFURT/M. Ironisch gemeinte Bemerkungen über Kollegen oder Vorgesetzte am Arbeitsplatz rechtfertigen noch keine Abmahnung. Das hat das Arbeitsgericht Frankfurt in einem am Dienstag bekannt gewordenen Urteil entschieden. Die Richter gaben damit der Klage einer Soziologin gegen ein Institut statt und ordneten die Entfernung der Abmahnung aus der Personalakte an (Az: 7 Ca 5505/00).

Nach einer Auseinandersetzung um die Koordination verschiedener Forschungsprojekte hatte die Soziologin auf einer Wandtafel einen ironischen Reim über ihre Vorgesetzte angebracht. Der zufällig in den Tagungsraum kommende Direktor des Instituts entfernte den Spruch verärgert und sprach eine Abmahnung aus. Laut Urteil war diese Maßnahme jedoch "unverhältnismäßig". Vorgesetzte hätten bis zu einem bestimmten Grad Ironie ihrer Mitarbeiter hinzunehmen, sagte der Gerichtsvorsitzende. Dies sei besonders dann der Fall, wenn die ironische Bemerkung weder einen beleidigenden, noch in anderer Form herabwürdigenden Charakter habe.

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