Urteil des Bundesarbeitsgerichts
Schadenersatz auch bei Eigenkündigung

Ein Arbeitnehmer, der wegen Vertragsbruchs seiner Vorgesetzten gekündigt hat, kann Schadenersatz fordern. Das entschied das Bundesarbeitsgericht am Donnerstag in Erfurt (Az: acht AZR 574/01). Voraussetzung: Der Arbeitgeber hat durch sein vertragswidriges Verhalten Anlass zu der Kündigung gegeben.

dpa/HB ERFURT. Im konkreten Fall hatten die Inhaber einer Bocholter Baufirma einen Mitarbeiter weder wie vereinbart zum Geschäftsführer befördert, noch hatte dieser mehr Gehalt bekommen. Der Arbeitnehmer klagte.

Laut Vertrag sollte der Mitarbeiter nach einem halben Jahr im Januar 1998 Geschäftsführer des Unternehmens werden und ein entsprechendes Gehalt bekommen. Der Arbeitgeber bemängelte die Eignung des Mannes und beschloss eine Verlängerung der Einarbeitungszeit. Mehrere Aufforderungen des Klägers, den Vertrag zu erfüllen, blieben ohne Erfolg. Die Chefs verweigerten sogar die Annahme der Schreiben. Mit einer einmonatigen Frist kündigte der Mann schließlich zum Ende des Jahres 1998.

Durch sein Verhalten habe der Arbeitgeber den Kläger zu diesem Schritt veranlasst, urteilten die Bundesrichter. Unter anderem habe der Arbeitgeber Eignungsmängel des Mannes nicht hinreichend dargelegt. Der Kläger erhält nach dem Urteil rund 97 000 Euro Schadenersatz.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%