Urteil des Bundesarbeitsgerichts
Trauer schützt nicht vor Kündigung

Schwerwiegende persönliche Probleme schützen nicht vor einer Kündigung. Darauf weist der Bonner Informationsdienst "Neues Arbeitsrecht für Vorgesetzte" unter Berufung auf ein Urteil des Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt (Az. 2 AZR 185/00) hin.

ddp-vwd ERFURT. In vorliegendem Falle war der langjährige Lebensgefährte einer Baumarktkassiererin, der auch Vater ihrer Tochter ist, unheilbar an Krebs erkrankt. Auf Grund der seelischen Belastung wurde sie selbst krank und erhielt noch vor der Beisetzung des mittlerweile verstorbenen Mannes eine Kündigung aus betrieblichen Gründen.

Gegen die Kündigung klagte die Kassiererin. Das BAG wies die Klage jedoch ab. Der Tod eines nahen Angehörigen oder Lebensgefährten schütze nicht vor Kündigung. Einen solchen "Sonderkündigungsschutz" kenne das Gesetz nicht. Nach Ansicht des BAG ist nicht jede zur "Unzeit" ausgesprochene Kündigung unwirksam. Die Kündigung könne nur dann als treu- oder sittenwidrig gelten, wenn der Zeitpunkt der Kündigung "absichtlich" gewählt wurde oder aus Gedankenlosigkeit die persönlichen Belange des Arbeitnehmers missachtet wurden.

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