Urteil des Bundesverfassungsgerichts
Zahnärzte dürfen künftig einfacher mit Fachgebieten werben

Zahnärzte dürfen künftig auf ihrem Praxisschild einfacher mit speziellen Kenntnissen für sich werben. Nach einem am Dienstag veröffentlichten Urteil des Bundesverfassungsgerichtes dürfen Zahnärzte sachlich auf besondere Fachgebiete hinweisen. (Aktenzeichen: 1 BvR 873/00 u. 874/00 - Beschluss vom 23. Juli 2001)

dpa KARLSRUHE. Damit gaben die Karlsruher Richter zwei baden-württembergischen Zahnärzten Recht, die auf Praxisschildern und Briefbögen auf ihren "Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie" hingewiesen hatten. Das Bezirksberufungsgericht für Zahnärzte hatte sie deswegen zu Geldbußen von 6 000 und 2 500 Mark verurteilt.

Die Entscheidung gelte zumindest in Bundesländern, in denen die zuständige Zahnärztekammer den Hinweis auf Spezialgebiete nicht ausdrücklich verboten habe. Die 2. Kammer des Ersten Senats verwies auf die grundgesetzlich geschützte Berufsfreiheit. Das Ziel, die Kommerzialisierung des Arztberufs zu verhindern, rechtfertige nicht ein generelles Verbot von Zusätzen. Diese dienten zudem dem Informationsinteresse der Patienten.

Seit 1999 dürfen Zahnärzte in Baden-Württemberg zwar auf Interessenschwerpunkte wie Implantologie hinweisen, benötigen dazu aber ein Zertifikat der Landeszahnärztekammer. Die beiden baden- württembergischen Zahnärzte hatten lediglich eine Bescheinigung eines privaten Berufsverbandes.

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