Urteil des Europäischen Gerichtshofes
Anonyme Geburt grundsätzlich zulässig

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hält die Zulassung der anonymen Geburt für rechtens. Die Staaten hätten beim Erlass entsprechender Gesetze einen weiten Gestaltungsspielraum, urteilte der Gerichtshof am Donnerstag in Straßburg.

HB/dpa STRAßBURG. Geklagt hatte eine 36-jährige Französin, die Auskunft über ihre leiblichen Eltern haben wollte. Die in Frankreich mögliche anonyme Geburt verstoße nicht gegen den in der Europäischen Menschenrechtskonvention verankerten Schutz der Familie, argumentierten die Richter. Die Entscheidung fiel mit zehn gegen sieben Stimmen.

Auch in Deutschland kann seit einigen Jahren anonym entbunden oder ein heimlich zur Welt gebrachtes Kind in so genannten Babyklappen abgegeben werden. Befürworter sehen darin eine Möglichkeit, verzweifelte Mütter davon abzuhalten, Kinder auszusetzen oder zu töten. Kritiker verweisen auf das Recht der Kinder auf Kenntnis ihrer Herkunft. Zudem würden die Angebote es erleichtern, sich ungewünschter Kinder zu entledigen. Ein Bundesgesetz zur Regelung anonymer Geburten liegt derzeit wegen rechtlicher Bedenken auf Eis.

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Urteile des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte finden Sie unter: http://www.echr.coe.int

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