Urteil des hessischen Landesarbeitsgerichts
Lohnanspruch von mithelfenden Familienangehörigen verjährt nicht

Das hessische Landesarbeitsgericht verwies in seinem Urteil darauf, dass Familienangehörige in der Regel mit der rechtlichen Geltendmachung von Zahlungsansprüchen gegen ihre Verwandten zögerten. Deshalb müssten an die Verjährung solcher Ansprüche andere Maßstäbe angelegt werden.

dpa FRANKFURT/MAIN. Der Lohnanspruch eines im Betrieb mithelfenden Familienangehörigen verjährt auch dann nicht, wenn der Arbeitnehmer ihn jahrelang nicht geltend gemacht hat. Darauf hat das hessische Landesarbeitsgericht am Donnerstag in Frankfurt hingewiesen. Die Angestellte hatte als Ehefrau des Firmenteilhabers die Funktion des "Mädchen für alles" übernommen. Jahrelang bekam sie dafür lediglich einen Beitrag zu einer Lebensversicherung und vermögenswirksame Leistungen.

Nachdem der Ehemann ihr kurz vor der Liquidation der Firma einen Teil des Lohnes gezahlt hatte, wurde sie von dem gerichtlich eingesetzten Verwalter auf Rückzahlung verklagt. Der Lohnanspruch sei in der Zwischenzeit verjährt, begründete der Verwalter. Das Gericht verwies jedoch auf die Tatsache, dass mithelfende Familienangehörige in der Regel mit der rechtlichen Geltendmachung von Zahlungsansprüchen gegen ihre Verwandten zögerten. Deshalb müssten an die Verjährung solcher Ansprüche andere Maßstäbe angelegt werden.

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