Urteil des Hessischen Landesarbeitsgerichts
Probebeschäftigung eines Arbeitnehmers nach Krankheit zahlt der Betrieb

dpa FRANKFURT. Die probeweise Beschäftigung eines Arbeitnehmers nach längerer Krankheit muss vom Arbeitgeber bezahlt werden. Wenn es keine entsprechende Regelung gibt, ist die Krankenkasse dafür nicht zuständig. Das hat das Hessische Landesarbeitsgericht in Frankfurt entschieden. Die Richter gaben damit der Zahlungsklage eines Facharztes gegen einen Landkreis als Träger eines Kreiskrankenhauses statt (Az: 2 Sa 53/01).

Der Arzt war wegen einer Gelenkerkrankung mehrere Monate lang krankgeschrieben. Danach war der Mediziner einige Wochen nur für jeweils vier Stunden am Tag in dem Krankenhaus eingesetzt worden. Das Krankenhaus verweigerte anschließend die Lohnzahlung mit dem Hinweis, es habe sich nur um einen "Arbeitsversuch" gehandelt, für dessen Bezahlung die Krankenkasse des Arbeitnehmers zuständig sei. Außerdem sei der Arbeitnehmer nach einem Gutachten der Betriebsärztin nur eingeschränkt einsatzfähig gewesen.

Die Richter hielten sich in ihrem Urteil jedoch an das Attest des Klägers, nach dem der Arzt voll einsatzfähig gewesen und entgegen seinem Willen nur kurzzeitig beschäftigt worden sei. Weil es überdies an einer konkreten Vereinbarung zwischen dem Krankenhaus und der Krankenkasse des Klägers gefehlt habe, müsse der Arbeitgeber das volle Grundgehalt für den gesamten Zeitraum zahlen.

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