Urteil des Koblenzer Oberlandesgerichts
Versicherung muss über Krankheitsverdacht informiert werden

Ein Versicherungsnehmer muss bei Abschluss einer Lebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherung auch über den Verdacht möglicher Erkrankungen berichten.

dpa KOBLENZ. Nach einem am Dienstag bekannt gewordenen Urteil des Koblenzer Oberlandesgerichts (OLG) gilt dies jedenfalls, wenn etwa Spezialuntersuchungen vorgenommen wurden und einen entsprechenden Befund ergeben haben (Az.: 10 U 1039/01).

Das Gericht wies damit die Klage einer Frau gegen deren Lebens- und Berufsunfähigkeitsversicherung ab. Die Klägerin hatte die entsprechenden Versicherungen abgeschlossen, ohne darüber aufzuklären, dass bei ihr ein Hirnschwund diagnostiziert worden war. Als die Klägerin zwei Jahre später an Multipler Sklerose erkrankte und berufsunfähig wurde, weigerte sich die Versicherung zu zahlen. Vielmehr focht sie den Versicherungsvertrag wegen arglistiger Täuschung an.

Das OLG sah es als unerheblich an, ob die Klägerin bei Vertragsabschluss schon gewusst hatte, dass sie an Multipler Sklerose erkranken werde. Ihr sei jedenfalls nach einer Kernspintomographie bekannt gewesen, dass eine Hirnerkrankung vorliege. Dies habe sie verschwiegen. Das lasse den Schluss zu, dass sie befürchtet habe, bei wahrheitsgemäßer Beantwortung der Fragen nicht versichert zu werden. Für einen begründeten Verdacht der Täuschungsabsicht reiche dies aus, betonten die Richter.

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