Urteil des Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz
Arbeitnehmer muss Detektivkosten bezahlen

Wenn der Arbeitgeber einen Schnüffler auf den Mitarbeiter angesetzt hat und sich dies als begründet erweist, kann den Arbeitnehmer dies teuer zu stehen kommen.

dpa MAINZ. Ein Arbeitnehmer muss die Kosten für einen Detektiv bezahlen, den der Arbeitgeber zu Recht zu seiner Überwachung eingesetzt hat. Dies geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten Urteil des Landesarbeitsgerichts (LAG) Rheinland-Pfalz in Mainz hervor.

Allerdings müsse der Arbeitgeber diese Kosten innerhalb der tarifvertraglich vorgesehen Fristen geltend machen, da es sich dabei um Schadenersatzansprüche aus dem Arbeitsverhältnis handele. An diese Ausschlussfristen seien sowohl der Arbeitnehmer als auch der Arbeitgeber gebunden (Az.: 6 Sa 355/00).

Das Gericht wies mit seinem grundlegenden Urteil die Klage eines Arbeitgebers auf Erstattung von Detektivkosten in Höhe von rund 3 570 DM ab. Der Arbeitgeber hatte zur Überwachung eines Mitarbeiters einen Detektiv eingesetzt. Der einschlägige Tarifvertrag sieht vor, dass Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis innerhalb von zwei Monaten beim Betroffenen geltend gemacht und dann innerhalb einer Frist von zwei weiteren Monaten eingeklagt werden müssen. Die Klagefrist hatte der Arbeitgeber versäumt. Daher prüfte das LAG nicht mehr, ob der Einsatz eines Detektivs im konkreten Fall überhaupt gerechtfertigt war.

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