Urteil des Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz
Griff in die Kasse nicht unbedingt ein Kündigungsgrund

Nach Meinung des Gerichts kann eine fristlose Kündigung unverhältnismäßig sein, wenn der Mitarbeiter „ohne jegliche kriminelle Energie lediglich leichtfertig und gedankenlos“ gehandelt hat.

dpa MAINZ. Wer heimlich Geld aus der Kasse des Arbeitgebers nimmt, ist nicht zwangsläufig seinen Job los. Dies geht aus einem am Dienstag veröffentlichten Urteil des Landesarbeitsgerichts (LAG) Rheinland-Pfalz in Mainz hervor. Nach Meinung des Gerichts kann eine fristlose Kündigung unverhältnismäßig sein, wenn der Mitarbeiter "ohne jegliche kriminelle Energie lediglich leichtfertig und gedankenlos" gehandelt hat (Az.: 2 Sa 341/01).

Das Gericht hob eine Entscheidung des Arbeitsgerichts Mainz auf und gab der Kündigungsschutzklage einer 56-jährigen Frau statt. Die Klägerin hatte aus der Barkasse ihres Arbeitgebers 500 DM entnommen, die sie ihrer Tochter für eine Urlaubsreise geben wollte. Sie habe die feste Absicht gehabt, das Geld am nächsten Tag zurückzugeben. Da an diesem Tag jedoch eine unangekündigte Kassenprüfung stattfand, flog die Sache auf.

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