Urteil des OLG Stuttgart ist rechtskräftig
Justiz untersagt Headhuntern Telefon-Kontaktaufnahme am Arbeitsplatz

adx STUTTGART/KÖLN. Abwerbung am Arbeitsplatz ist in Zukunft nicht mehr erlaubt. Nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart (OLG) dürfen so genannte Headhunter künftig potenzielle Kandidaten für einen neuen Job nicht mehr telefonisch an deren Arbeitsplatz kontaktieren. Dieser Spruch ist jetzt bundesweit rechtskräftig, nachdem der Bundesgerichtshof (BGH) eine Beschwerde dagegen mangels Erfolgsaussicht nicht zur Revision annahm (Beschluss vom 2. November, Aktenzeichen I ZR 22/2000), wie das Wirtschaftsmagazin "Capital" (Ausgabe 30. November) berichtet. Damit riskierten Unternehmer, die per Headhunter Personal von der Konkurrenz abwerben, nun eine Abmahnung und machten sich obendrein schadenersatzpflichtig.

Geklagt hatte das schwäbische IT-Systemhaus Bechtle AG, um Anrufe eines Personalberaters im Auftrag eines Konkurrenten zu unterbinden. Gegen das OLG-Urteil hatten laut "Capital2 der beklagte Konkurrent wie auch der Headhunter Rechtsmittel eingelegt. Das BGH ließ bei seinem Entscheid den Angaben zufolge auch das Argument nicht gelten, dass die von Headhuntern praktizierte Direktansprache von Beschäftigten an ihrem Arbeitsplatz in den zurückliegenden Jahren absolut gängige Praxis geworden sei. Der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater (BDU), Jochen Kienbaum, nannte das BGH-Urteil einen "Schlag ins Kontor".

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