Urteil eines US-Bundesgerichts gegen früheren Führer der bosnischen Serben
Karadzic soll 1,6 Milliarden Mark Schadensersatz zahlen

dpa NEW YORK. Der ehemalige Führer der bosnischen Serben, Radovan Karadzic, ist am Donnerstag von einem US-Bundesgericht in New York in Abwesenheit zu Schadenersatz in Höhe von 745 Mill. $ (1,6 Mrd. DM) verurteilt worden. Laut Spruch der Jury muss er die Summe einer Gruppe bosnischer Frauen zahlen, die während des Bosnien-Krieges von Serben vergewaltigt und misshandelt wurden. Die Frauen haben nach gegenwärtigem Stand keine Aussichten, das Geld zu bekommen.

Karadzic, der auch vom Uno-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag gesucht wird, hält sich vermutlich in Bosnien versteckt. Eine Anwältin der Klägerinnen sagte, man werde alles tun, um herauszufinden, wo Karadzic sein Vermögen versteckt habe. Das Urteil gebe ihnen die Möglichkeit, darauf zuzugreifen.

Karadzic hatte sich in dem Verfahren nicht verteidigen lassen. In einem Schreiben hatte er 1997 jedoch die Ansicht vertreten, US- Gerichte seien für diesen Fall nicht zuständig. Ein US-Gesetz aus dem Jahr 1789 erlaubt es Ausländern, Schadenersatzklagen wegen Verstößen gegen "das Völkerrecht oder einen Vertrag der Vereinigten Staaten" zu erheben.

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