Urteil gegen Delbrück & Co.
Falsche Empfehlung vereitelt Gewinn

Eine falsche Verkaufsempfehlung der Delbrück & Co. Privatbankiers, Köln, hat einem Privatanleger die Chance auf einen satten Kursgewinn genommen.

rrl DÜSSELDORF. Auf Grund einer Verkaufsempfehlung der Bank verkaufte der Anleger Anfang Juli 2000 seine 2 000 Aktien der Dura Pharmaceuticals. Danach stieg der Kurs der Anteilsscheine bis Mitte September um mehr als 250 %. Das Unternehmen wurde im November von der Elan Corp. übernommen. Der Anleger zog vor das Landgericht Berlin. Dieses verurteilte die Bank dazu, den Anleger so zu stellen, als ob die Aktien noch in seinem Depot lägen (Az.: 21 O 389/01 v. 17.1.02). Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Delbrück begründete die Verkaufsempfehlung im Nachhinein gegenüber dem Kunden damit, dass ihr "nach umfangreichen Recherchen ausschließlich negative Informationen" zu der Aktie vorlagen. Vor Gericht behauptete Delbrück dann, die Verkaufsempfehlung damit begründet zu haben, dass ihre Research-Abteilung die Dura-Aktie überhaupt nicht analysiere. Das Gericht kam zu der Ansicht, dass "mithin eine Empfehlung ohne jedwede Grundlage gleichsam ins Blaue hinein und damit pflichtverletzend erteilt worden ist". Bei Delbrück wird noch überlegt, ob gegen das Urteil Berufung eingelegt werden soll. Deshalb will sich Wolf-Christian Maßner, einer der Partner der Bank, zum laufenden Verfahren nicht äußern.

Nach Angaben von Stefan Frisch von der Kanzlei Tilp & Kälberer, dem Anwalt des Klägers, wurden seinem Mandanten zwischenzeitlich Aktien des Dura-Käufers Elan angeboten. Die Krux: Mittlerweile ist der Kurs der Elan-Aktie gefallen. Ein Schaden in Höhe eines entgangenen Gewinns würde sich nach seinen Worten anhand eines fiktiven Verkaufs zu einem früheren Datum bemessen lassen. Wird das Urteil rechtskräftig, dürften Banken fortan häufiger mit Schadenersatzforderungen wegen falscher Analystenempfehlungen konfrontiert werden. Analysten liegen mit ihren Einschätzungen des öfteren daneben.

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