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Urteil im Prozess gegen „Müllkönig“ Trienekens

Der frühere „Müllkönig“ Hellmut Trienekens ist wegen Steuerhinterziehung zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren und zur Zahlung von zehn Mill. € verurteilt worden.

dpa KÖLN. Der frühere "Müllkönig" Hellmut Trienekens ist wegen Steuerhinterziehung zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren und zur Zahlung von zehn Mill. ? verurteilt worden.

Das Kölner Landgericht befand den Ex-Konzernchef am Freitag für schuldig, in zwölf Fällen insgesamt 5,3 Mill. DM (2,7 Mill. ?) Steuern hinterzogen zu haben.

Trienekens war im Zusammenhang mit der Kölner Müll-Affäre bundesweit bekannt geworden. Das Hauptverfahren wegen Schmiergeld- Zahlungen im Zusammenhang mit dem Bau einer Müllverbrennungsanlage wurde aber wegen seiner Herzkrankheit bisher nicht eröffnet. Das Steuerverfahren hat mit der Affäre nichts zu tun.

Wie der Vorsitzende Richter Martin Baur sagte, berücksichtigte das Gericht zahlreiche strafmindernde Aspekte, etwa das frühe und umfassende Geständnis, die Herzkrankheit des nicht vorbestraften 66- jährigen sowie dessen Belastung im Vorfeld durch "Attackierungen" der Presse. Die Verteidiger hatten eine Bewährungsstrafe von ein bis anderthalb Jahren verlangt.

Die Anklage erklärte in dem weniger als drei Stunden dauernden Prozess, Trienekens sei sein Fehlverhalten voll bewusst gewesen und er habe "im groben Eigennutz" gehandelt. Er habe Zahlungen seines Viersener Konzerns und auch von mehreren Tochtergesellschaften an die Schweizer Stenna AG veranlasst, um diese unrechtmäßig als Betriebsausgaben steuerlich geltend zu machen. Die Stenna habe nie eine Gegenleistung erbracht. Trienekens Ziel sei es gewesen, hohe Geldsummen aus den Gesellschaften herauszuziehen und damit frei verfügbar zu machen. Richter Baur betonte, was mit dem Geld passiert sei, "ist nicht Gegenstand dieses Verfahrens".

Trienekens Anwalt Norbert Gatzweiler betonte, sein Mandant habe nicht eigennützig gehandelt: "Trienekens hat keinen Pfenning für sich privat verlangt." Er habe den finanziellen Schaden durch Nachzahlungen an das Finanzamt "in vollem Umfang wieder gutgemacht". Die seit zwei Jahren andauernde Vorverurteilungskampagne gegen Trienekens habe diesem schwer zugesetzt und Teile seines Lebenswerks zerstört.

Trienekens selbst, der nur für wenige Stunden verhandlungsfähig ist und im Verhandlungssaal von zwei Ärzten umgeben war, zeigte erneut Reue und betonte, er bedauere sein Fehlverhalten.

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