Urteil in Köln
Gericht verbietet Ryanair "Frankfurt-Hahn"

Die Billigfluglinie darf den mehr als 100 Kilometer entfernten Provinz-Flughafen nicht nach der Mainmetropole benennen, entschied das Landgericht Köln.

vwd KÖLN. Das Landgericht Köln hat der Ryanair Holdings plc, Dublin, die Verwendung der Bezeichnung "Frankfurt-Hahn" untersagt. Es bestätigte damit am Dienstag die einstweilige Verfügung des Oberlandesgerichts (OLG) Köln vom 8. Januar 2002. Die Billigfluglinie darf den mehr als 100 km von Frankfurt entfernten Flughafen "Hahn" demnach nicht als "Frankfurt-Hahn" bezeichnen.

Die Entscheidung beziehe sich auf die Verwendung des Namens "Frankfurt-Hahn" in der Werbung der Fluggesellschaft Ryanair. Die Bezeichnung sei "irreführend", bestätigte auch das Landgericht in dem Berufungsverfahren. Diese Bezeichnung suggeriere dem Leser die unzutreffende Vorstellung, dass der als "Frankfurt-Hahn" bezeichnete Flughafen in vergleichbarer Entfernung zur Stadt Frankfurt am Main liege und mit ähnlicher verkehrsmäßiger Anbindung an das Stadtgebiet versehen sei wie der bekannte Flughafen "Frankfurt/Main", schreibt das Gericht in der Urteilsbegründung.

Der Verbraucher sei daran gewöhnt, dass im Inland Flughäfen typischerweise zwecks geografischer Zuordnung den Namen der nächstgelegenen Großstadt führten. Daraus könne geschlossen werden, dass sich der Flugplatz in einer Entfernung zum jeweiligen Stadtgebiet befinde, die die Anreise mit vertretbarem zeitlichen Aufwand ermöglichten. Beim Flughafen Hahn sei dies von Frankfurt aus nicht der Fall. Die umstrittene Flughafenname "Frankfurt-Hahn" sei ein reines Kunstprodukt, legte das Gericht weiter dar.

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