Urteil
Sponsoring kann für Vereine teuer werden

Trotz Gemeinnützigkeit können Sportvereine umsatzsteuerpflichtig werden, wenn sie von einem Sponsoren überlassene Sportgeräte nutzen und dafür Gegenleistungen in Form von Werbung erbringen. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) in München in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil klargestellt (Az.: V R 21/01).

HB/dpa MÜNCHEN. Die Entscheidung kann für viele Vereine von großer Bedeutung werden. Das oberste deutsche Steuergericht stellte in der Begründung fest, dass gemeinnützige Sportvereine nicht nur dann Umsatzsteuer zahlen müssen, wenn sie gegen Eintrittsgeld Sportveranstaltungen ausrichten. Auch dann, wenn sie andere Dienstleistungen erbringen, um dadurch eine geldwerte Gegenleistung zu erhalten, sei die Umsatzsteuerpflicht gegeben.

Im vorliegenden Fall hatte ein gemeinnütziger Luftsportverein von Unternehmen zwei Ballone mit deren Firmenlogos für Sport- und Aktionsfahrten erhalten. Die Sponsor-Firmen lieferten auch das für den Betrieb nötige Gas und zahlten die Versicherungsbeiträge. Im Gegenzug war der Verein verpflichtet, die Ballone auch bei Veranstaltungen der Unternehmen einzusetzen, ihnen Mitfahrerplätze zur Verfügung zu stellen und mindestens 30 Ballonfahrten pro Jahr im gesamten Interessengebiet der Firmen vorzusehen.

Der BFH bestätigte in letzter Instanz, dass der Verein somit steuerpflichtige Werbeleistungen erbracht und dafür als Gegenleistung die Nutzung der Ballone erhalten habe. Die Überlassung der Ballone sei keine Spende, weil sie an eine Gegenleitung gekoppelt war.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%